Bischöfe besuchen Christen in Gaza

  • Heiliges Land - 15.01.2018

Der Mainzer Weihbischof Udo Bentz hat zu einem stärkeren Bewusstsein für die Lage der Christen des Nahen Ostens aufgerufen. „Die Solidarität mit den Nahost-Christen darf nicht nur Thema einiger Interessierter sein, sondern muss eine gelebte Solidarität sein“, sagte Bentz am Sonntag beim Besuch einer katholischen Gemeinde in Gaza.

Bentz nimmt derzeit als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an einem mehrtägigen internationalen Bischofstreffen im Heiligen Land teil. Die Solidarität müsse sich auf drei Ebenen vollziehen, so der Bischof. Durch konkrete Unterstützung von Projekten vor Ort, über die Erfahrung des Füreinander-Betens sowie über die „nicht zu unterschätzende erfahrbare Solidarität durch Besuche“.

Udo Bentz (r.), Weihbischof des Bistums Mainz, sitzt während des Treffens der Bischöfe mit jungen Christen und Pfarreimitgliedern und hört zu.
Marcin Mazur/KNA

Für die komplexe politische und wirtschaftliche Situation des Gazastreifens gebe es „keine einfachen Antworten“, sagte der Geistliche. Wichtiger Faktor für eine Zukunftsfähigkeit insbesondere der jungen Christen sei die Bildung. Es sei bedrückend, von Betroffenen in Gaza zu hören, dass es keine Perspektive für die Gründung einer Familie gebe. Er halte es in doppelter Hinsicht für „dramatisch, dass die Christen hier an Substanz verlieren“, so Bentz. Denn der Nahe Osten sei der Ursprung des Christentums und eine friedvolle Zukunft in der Region ohne Christen undenkbar.

Männer und Frauen heben ihre Hände zum Gebet während eines Gottesdienstes mit den Bischöfen am 14. Januar 2018.

Marcin Mazur/KNA

Über die Lage im Gazastreifen berichteten junge Christen im anschließenden Gespräch. Besonders die hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven trieben sie zur Abwanderung, sagte Rami Tarazi, Mitglied eines christlichen Jugendkomitees. „Jeder junge Christ, der Gaza verlässt, ist eine verpasste Chance für die Gründung einer jungen Familie“, so Tarazi. Ohne die christliche Jugend habe auch die christliche Präsenz in Gaza keine Zukunft. Unterstützung für junge Christen sei daher nötig, „bevor es zu spät ist“.

An der bis Donnerstag dauernden Reise beteiligen sich Vertreter von zwölf europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie aus Südafrika. Aus Deutschland nimmt der Mainzer Weihbischof Udo Bentz teil, der in der Bischofskonferenz die Arbeitsgruppe „Naher und Mittlerer Osten“ leitet. Auf dem Programm stehen Begegnungen in Jerusalem, Bethlehem, Emmaus und Gaza.

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