Kirche fordert „robusten Waffenstillstand“ für Kolumbien

  • Kolumbien - 09.01.2018

In Kolumbien drängen katholische Kirche und UN auf einen „robusteren Waffenstillstand“ zwischen Regierung und marxistischer ELN-Guerilla. Um weitere Verstöße gegen die Waffenruhe zu verhindern, brauche es mehr Vertrauen zwischen den Konfliktparteien, aber auch innerhalb der kolumbianischen Gesellschaft, zitierte der Sender Radio W aus einer gemeinsamen Erklärung von Kirchenvertretern und Beobachterkommission der Vereinten Nationen.“

Die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos und die ELN führen seit geraumer Zeit Friedensgespräche in Ecuador, die aber nur schleppend vorankommen. Nach Schätzungen der kolumbianischen Behörden verfügt die ELN über eine Truppenstärke von 2.500 Männern und Frauen; sie ist überwiegend im Osten des Landes aktiv.

Kolumbien - 23.11.2017

Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla in Kolumbien ist die Menschenrechtslage nach Einschätzung von Hilfswerken und Menschenrechtsorganisationen weiter kritisch.


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Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen fast 7.000 Morde, ebenso viele Entführungen, 3.000 Fälle von Landvertreibung und etwa 1.000 Zwangsrekrutierungen auf das Konto der marxistischen Gruppe. Sie wird zugleich für schwere Umweltzerstörungen durch mehr als 1.300 Anschläge auf Öl-Pipelines verantwortlich gemacht.

Die Verhandlungen folgen dem Beispiel der Gespräche mit der größten Guerilla-Bewegung des Landes, der FARC, in denen sich die Regierung Santos nach vierjährigen Verhandlungen Ende 2016 auf ein Friedensabkommen verständigen konnte. In dem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Staat und Guerilla starben rund 300.000 Menschen; mehr als sieben Millionen wurden zu Binnenflüchtlingen.

© KNA