Nachzählung in Honduras bestätigt Wahlsieg von Hernandez

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  • Honduras - 05.12.2017

In Honduras hat eine Überprüfung von 1.006 Wahlakten das bislang vorliegende Ergebnis der Präsidentschaftswahlen bestätigt. Danach hat der konservative Amtsinhaber und Präsident Juan Orlando Hernandez den Urnengang knapp mit 42,98 Prozent der Stimmen gewonnen; der Kandidat des Linksbündnisses, Salvador Nasralla, erhielt demnach 41,39 Prozent – rund 52.000 Stimmen weniger.

Die linksgerichtete Opposition um Nasralla fordert jedoch eine umfassendere Überprüfung des Ergebnisses und wirft der staatlichen Wahlbehörde Manipulation vor. Basis der Vorwürfe sind technische Ausfälle während der Stimmenauszählung. Wahlleiter David Matamoros widersprach dieser Darstellung. Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Europäischen Union hatten den Urnengang vor gut einer Woche überwacht.

Die katholische Kirche in Honduras hatte die Konfliktparteien am Wochenende zur Gewaltfreiheit und Besonnenheit aufgerufen und eine Neuauszählung der Stimmen gefordert. In dieser schwierigen politischen Stunde habe das Land kein Recht, einmal mehr beim Aufbau seiner Demokratie zu scheitern, hieß es in einer Stellungnahme, aus der honduranische Medien am Sonntag zitierten.

In den ersten Tagen der Auszählung hatte der Kandidat des Linksbündnisses, Salvador Nasralla, vorne gelegen; danach holte der konservative Amtsinhaber Juan Orlando Hernandez den Rückstand auf. Am Wochenende kam es zu schweren Ausschreitungen; die Regierung verhängte eine Ausgangssperre.

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Honduras - 04.12.2017

Angesichts der schweren innenpolitischen Krise nach den Präsidentschaftswahlen in Honduras ruft die Kirche die Konfliktparteien zu Gewaltfreiheit und Besonnenheit auf und fordert eine Neuauszählung der Stimmen.


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