Kirche fordert Neuauszählung in Honduras

  • Honduras - 04.12.2017

Angesichts der schweren innenpolitischen Krise nach den Präsidentschaftswahlen in Honduras ruft die Kirche die Konfliktparteien zu Gewaltfreiheit und Besonnenheit auf und fordert eine Neuauszählung der Stimmen.

In dieser schwierigen politischen Stunde habe das Land kein Recht, einmal mehr beim Aufbau seiner Demokratie zu scheitern, zitieren honduranische Medien aus einer Erklärung der nationalen Bischofskonferenz.

Die Bischöfe riefen die Wahlbehörde auf, die von den Parteien geforderte Überprüfung der Wahlakten zuzulassen. Eine solche Neuauszählung müsse von Beobachtern der EU, der Organisation Amerikanischer Staaten, der G16-Gruppe sowie von Repräsentanten der beiden politischen Parteien begleitet werden. Beide Seiten seien aufgerufen, während der Neuauszählung ihre Lager zu Ruhe und friedlichem Zusammenleben aufzufordern.

Mit der "Bestia" in die USA

In Mexiko ist es verboten, Migranten in Kirchen festzunehmen. Ein Gotteshaus in Chiapas gibt denen, die mit dem gefährlichen Zug "Bestia" in die USA wollen, ein Dach über dem Kopf.

Claudia Zeisel

In Honduras gibt es auch eine Woche nach den Wahlen noch kein offizielles Endergebnis. In den ersten Tagen der Auszählung führte der Kandidat des Linksbündnisses, Salvador Nasralla (64); danach holte der konservative Amtsinhaber Juan Orlando Hernandez (49) den Rückstand auf und lag am Ende mit rund 50.000 Stimmen vorn. Die Opposition zweifelt das Wahlergebnis an und rief zu Protesten auf. Die Wahlbehörde will einen Teil der Stimmen neu auszählen lassen. Am Wochenende kam es zu schweren Ausschreitungen; die Regierung verhängte eine Ausgangssperre.

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