Studie zeigt Vertrauen in kirchliche Entwicklungshilfe

  • Hilfswerke - 29.11.2017

Die Hälfte der Deutschen traut einer Umfrage zufolge den Kirchen und ihren Hilfswerken eine wirksame Entwicklungshilfe zu. Damit stehen die Kirchen an erster Stelle der Vertrauensskala vor den Vereinten Nationen und privaten Initiativen mit je 46 Prozent, staatlichen Einrichtungen mit 44 und Nichtregierungsorganisationen mit 31 Prozent. Das geht aus der repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Global Perspectives Initiative hervor, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

Grundsätzlich ist die Haltung gegenüber der Entwicklungshilfe „zurückhaltend positiv“, die Aufmerksamkeit dafür wächst mit dem Bewusstsein für die weltweite Flucht- und Migrationsbewegung, wie die Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts, Renate Köcher, erläuterte.

Etwa die Hälfte ist demnach eher und knapp ein Viertel sehr dafür, dass Deutschland Entwicklungshilfe leistet. Etwa 60 Prozent denken, dass die Bundesrepublik davon profitiert. Ein Fünftel ist zudem für eine Aufstockung der Mittel. Dieser Anteil vergrößert sich auf knapp ein Drittel der Befragten, wenn mit der Hilfe auch Fluchtursachen verringert werden. 23 Prozent denken, dass man mit Entwicklungshilfe die Zahl der Flüchtlinge deutlich verringern könne; 42 Prozent gehen von etwas weniger Flüchtlingen aus.

 

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Zugleich fürchten etwa drei Viertel der Befragten, dass infolge von Korruption und hohen Verwaltungskosten nur ein gewisser Teil oder sehr wenig der Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Die Mehrheit (61 Prozent) hält die aktuelle Entwicklungshilfe Deutschlands für weniger oder gar nicht erfolgreich bei der nachhaltigen Verbesserung der Lebensumstände in den betroffenen Ländern. Ein Drittel dieser Gruppe zeigt sich aber überzeugt, dass die Entwicklungshilfe erfolgreicher sein könnte.

Dabei befürwortet mit ebenfalls 61 Prozent die Mehrheit Entwicklungshilfe auch aus dem eigenen Interesse heraus, Probleme wie Fluchtursachen zu lösen. 27 Prozent meinen, dass Entwicklungshilfe aus Solidarität und Mitgefühl geleistet werden sollte.

Die Befragten unterscheiden dabei nicht zwischen Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit oder Not- und Katastrophenhilfe wie es etwa Hilfswerke oder die Bundesregierung tun.

Für die Erhebung wurden 1.422 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren befragt.

© KNA