Kirche verurteilt Gewalt an Frauen

  • Frauen - 24.11.2017

Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) fordert anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen flächendeckende und effektivere Maßnahmen zum Schutz von Frauen. „Wir begrüßen das Inkrafttreten der Istanbul-Konvention in Deutschland am 01.01.2018 und erwarten von der Politik, dass sie diese zügig und konsequent umsetzt“, erklärt KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth.

Die Istanbul-Konvention „Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ schafft einen Rahmen für Prävention, Opferschutz und Strafverfolgung. „Der KDFB begrüßt, dass einheitliche Schutzstandards auf europäischer Ebene mit der Aufforderung an politisch Verantwortliche in Deutschland verknüpft sind, sich intensiv für die Rechte Betroffener einzusetzen“, so Flachsbarth.

Nach KDFB-Meinung ist Gewalt gegen Frauen eine schwere Menschenrechtsverletzung. Die Bekämpfung jeder Form von körperlicher, sexueller oder seelischer Gewalt müsse daher im Vordergrund stehen und auch rechtlich geahndet werden. „Es ist notwendig, die Interessen und Lebenssituation der betroffenen Frauen zu betrachten, ihnen mehr Schutz und Rechte zukommen zu lassen und sie zu stärken“, sagt KDFB-Präsidentin Flachsbarth. Dies müsse in Deutschland, Europa und weltweit verwirklicht werden, so Flachsbarth.

Dazu gehört auch der konsequente Ausbau von Angeboten zur Beratung und Unterstützung für Frauen, um sich gegenüber Tätern zur Wehr zu setzen und neue Lebensperspektiven zu finden. Ein Beispiel ist das bundesweite kostenfreie Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Unter der Rufnummer 08000 116 016 stehen rund um die Uhr Beraterinnen für Gespräche bereit. Sie sichern Anonymität und eine weiterführende Hilfe zu.

Die katholischen Bischöfe haben sich unterdessen gegen Genitalverstümmelungen ausgesprochen. „Die Kirche verurteilt jede Form von Gewalt gegen Frauen“, sagte der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, am Donnerstag in Bonn. Weibliche Genitalverstümmelung sei Ausdruck von weltweit verbreiteter Diskriminierung und Gewalt gegen das weibliche Geschlecht, beklagte der Osnabrücker Bischof.

Weibliche Genitalverstümmelung sei eine Menschenrechtsverletzung. Sie müsse weltweit abgeschafft und geächtet werden. Im Zuge der internationalen Migrationsbewegungen werde die Verstümmelung auch zunehmend in Europa ein drängendes Problem, hieß es. „Geflüchtete Mädchen und Frauen brauchen besonderen Schutz, gezielte Beratung und geschlechtsspezifische Unterstützung“, so Bode.

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. In Deutschland leben laut Bundesministerium für Familie und Frauen knapp 50.000 genitalverstümmelte Frauen. Weitere 1.500 bis 5.700 Mädchen seien akut gefährdet.

© KNA

Frauen - 23.11.2017

Der Präsident von Missio München, Wolfgang Huber, hat einen verstärkten Einsatz gegen weibliche Genitalverstümmelung gefordert. Es könne nicht sein, dass diese „menschenverachtende Praxis“ im 21. Jahrhundert nach wie vor existiere oder auf dem Vormarsch sei.


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