Massives Drängen auf Friedensprozess mit ELN-Guerilla

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  • Kolumbien - 11.01.2017

Eine Gruppe von rund 90 Intellektuellen hat in Kolumbien die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos und die Guerilla-Organisation ELN aufgefordert, einen ständigen Dialog zu vereinbaren. In einem offenen Brief mahnten Politiker, Friedensaktivisten, Geistliche und Akademiker die ELN dazu, die seit Monaten verschleppte Geisel Odin Sanchez sofort freizulassen und künftig auf Entführungen zu verzichten. Beide Seiten müssten zudem ihre „Arroganz überwinden“, um zu einem dauerhaften Frieden zu gelangen.

Die katholische Kirche schlug unterdessen die Bildung einer Kommission internationaler Experten vor, die möglichst schnell eine humanitäre Übereinkunft zwischen beiden Seiten aushandeln soll. Calis Erzbischof Dario de Jesus Monsalve sagte dem Radiosender „Caracol“, die Kirche habe dem Chefunterhändler der Regierung, Juan Camilo Restrepo, und Vertretern der Guerilla Vorschläge unterbreitet, die humanitäre Sofortmaßnahmen möglich machen sollen.

Der Friedensdialog zwischen der kolumbianischen Regierung und der ELN-Guerilla soll am Donnerstag in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito wieder aufgenommen werden. Überschattet wurden die Friedensbemühungen zuletzt von neuen blutigen Attentaten der Guerilla.

Im Oktober hatten Regierung und Rebellen in Venezuela die Aufnahme direkter Friedensgespräche angekündigt, die in konkrete Verhandlungen münden sollen. Nach Schätzungen der kolumbianischen Behörden verfügt die ELN über eine Truppenstärke von 2.500 Männern und Frauen und ist überwiegend im Osten des Landes aktiv.

Erster Erfolg bei der FARC

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen fast 7.000 Morde, ebenso viele Entführungen, 3.000 Fälle von Landvertreibung und etwa 1.000 Zwangsrekrutierungen auf das Konto der marxistischen Gruppe. Sie wird zugleich für schwerste Umweltzerstörungen durch mehr als 1.300 Anschläge auf Öl-Pipelines verantwortlich gemacht.

Die ELN wurde 1964 von Studenten, radikalen Befreiungstheologen und linken Intellektuellen aus Protest gegen die Armut der Kleinbauern gegründet. Sie ist nach der ebenfalls linksgerichteten FARC die zweitgrößte Rebellenbewegung des Landes und befindet sich weiter im Kriegszustand mit der Regierung. Mit der FARC konnte die Santos-Regierung nach vierjährigen Verhandlungen ein Friedensabkommen unterzeichnen. Dafür erhielt der Präsident den Friedensnobelpreis.

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