Finale Phase der Klimakonferenz

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  • Klimagipfel - 15.11.2017

Bei der Weltklimakonferenz in Bonn hat am Mittwoch die finale Phase der Verhandlungen begonnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und UN-Vetreter riefen die Delegierten zu entschlossenem Handeln auf.

„Wir wissen um die Dramatik und spüren die Folgen schon heute“, betonte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Blick auf den Klimawandel. Schon jetzt zerstörten Umweltveränderungen und Wetterextreme jedes Jahr die Heimat tausender Menschen, trieben Dürren und Hungersnöte die Bevölkerung ganzer Landstriche in die Flucht und führten zu blutigen Konflikten. Den Vereinbarungen im Klimaabkommen von Paris müssten daher nun Taten folgen.

Indirekt äußerte sich Steinmeier auch zum von US-Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Abkommen. Die internationale Politik sei ein schwerfälliger Tanker. „Und vielleicht möchte so mancher, der sich heute noch von der Kommandobrücke ins Beiboot verabschiedet, in ein paar Jahren doch wieder an unser großes Schiff andocken.“

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Die 23. Weltklimakonferenz 2017 „COP 23“ findet vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn statt.


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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte die Verantwortung der Industrienationen. Diese hätten die Verpflichtung und aufgrund vorhandener Technologien auch die Fähigkeit, die Senkung der CO2-Emissionen voranzutreiben. Deutschland als ein Land, das noch in hohem Maße auf Kohle setze, wisse, dass es einen großen Beitrag leisten müsse, um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Eine konkrete Aussage zum Kohleausstieg traf Merkel nicht. Bei dem Thema spielten neben wirtschaftlichen auch soziale Fragen, etwa nach Arbeitsplätzen oder der Bezahlbarkeit von Energie, eine Rolle. Darüber gebe es in der Gesellschaft Konflikte, die gelöst werden müssten.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief die Weltgemeinschaft zu mehr Ehrgeiz auf. Das Erreichen der Klimaziele hänge von „kühnen Entscheidungen“ ab. Neben dem politischen Willen seien Bündnisse mit der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft von zentraler Bedeutung. Investitionen in fossile Brennstoffe müssten gestoppt und grüne Wirtschaftszweige gefördert werden – auch in Entwicklungsländern, in denen das Wirtschaftswachstum mit sauberen Mitteln gefördert werden müsse. Der UN-Generalsekretär appellierte in diesem Zusammenhang an die Geberländer, finanzielle Zusagen einzuhalten.

Der amtierende Vorsitzende der UN-Vollversammlung, Miroslav Lajcak, verwies auf die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit. Die Bedrohung durch den Klimawandel sei eine andere als die, vor der die Welt 1945 bei der Gründung der UN gestanden haben. „Es gibt keine Waffenstillstände und Vereinbarungen, man kann nicht verhandeln.“ Dem Klimawandel könne die Welt nur gemeinsam, mit innovativen Partnerschaften begegnen.

Fidschis Ministerpräsident Frank Bainimarama betonte, seine Nation stehe stellvertretend für jene Länder, die bereits die Folgen des Klimawandels spürten. „Wir tragen Verantwortung und wir haben die Pflicht, die Interessen derjenigen zu wahren, die wir heute vertreten, und an künftige Generationen zu denken.“ Die Menschheit müsse gemeinsam und mit aller Kraft gegen den Klimawandel antreten.

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