Wenn Frauen die Welt verändern

  • Frauen - 14.11.2017

Können Frauen die Welt verändern? Diese Frage wurde bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Weltklimagipfels in Bonn diskutiert. Auf dem Panel sprachen Frauen aus verschiedenen Ländern: Eine Italienerin, die sich für nachhaltige Kleidung einsetzt, eine Meeresbiologin aus dem zentralamerikanischen Belize und die sudanesische Menschenrechtlerin Fatima Ahmed, die sich in ihrer Heimat für Bildung von Bäuerinnen einsetzt und dafür den “Momentum for Change”- Preis für Klimaschutz-Lösungen erhalten hat. Sie ist der Überzeugung, dass die nachhaltigen Entwicklungsziele nicht ohne Frauen umgesetzt werden können.

Frage: Frau Ahmed, Sie setzen sich in Ihrer Heimat für Frauen, insbesondere für Bäuerinnen auf dem Land ein. Was genau tun sie für die Frauen?

Ahmed: Die Organisation Zenab for Women’s Development, für die ich arbeite, ist eine Graswurzel-Organisation im ländlichen Sudan. Wir sorgen uns um die Alphabetisierung, es gibt bei uns noch eine hohe Rate an Analphabetismus. Wir beginnen bereits bei der Mädchenbildung bis hin zur Erwachsenenbildung. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Gesundheitsförderung von Frauen. Es gibt im Sudan nach wie vor eine hohe Sterberate bei Müttern, Genitalverstümmelung bei Mädchen, Kinderheirat. Uns geht es um die Stärkung der Frauen – sowohl wirtschaftlich, rechtlich als auch politisch.

„Frauen sind wirklich Werkzeuge der Veränderung – wenn sie die Chance dazu bekommen.“

— Fatima Ahmed, Zenab for Women's Development

Fatima Ahmed (r.) und die Bäuerin Zenab beim Weltklimagipfel in Bonn.

Claudia Zeisel

Für die wirtschaftliche Stärkung der Frauen haben wir ein Landwirtschafts-Programm im ländlichen Raum und insbesondere für Bäuerinnen ins Leben gerufen. Darin zeigen wir den Frauen Möglichkeiten des Wandels von traditioneller hin zu moderner Landwirtschaft. Wir zeigen ihnen bessere Techniken bei der Saat oder dem Pflügen, beim Bäumepflanzen- und schneiden. Die Bäuerinnen im Sudan sind oft frustriert, weil sie wenig Ertrag haben und wenig produktiv sind. Das hat unter anderem auch mit dem Klimawandel zu tun. Wir schärfen ihr Verständnis für die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Arbeit, wenn es etwa Dürren oder Überschwemmungen gibt. Dadurch verstehen sie besser, was um sie herum geschieht.

Frage: Sie haben zum Weltklimagipfel eine der Bäuerinnen mitgebracht: Zenab – wie der Name Ihrer Organisation. Wie unterstützen Sie Zenab?

Ahmed: Zenab ist 57 Jahre alt und hat an unserem Erwachsenenbildungsprogramm teilgenommen. Nun ist sie selbst Lehrerin in unserer Organisation geworden. Es ist eine echte Erfolgsgeschichte: Sie hat bei uns moderne Techniken der Landwirtschaft gelernt und lehrt diese Techniken nun selbst. Zudem baut sie selbst noch verschiedene Getreidesorten an; sie kommt gerade von der Ernte, ihre Tochter und ihr Sohn sind noch bei der Arbeit im Sudan. Ich glaube, Frauen sind wirklich Werkzeuge der Veränderung – wenn sie die Chance dazu bekommen. Ich rufe die internationale Gemeinschaft dazu auf, sie zu stärken, weil sie echte Partner bei der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele sein können.

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