Misereor fordert strengere Regeln bei Steuerhinterziehung

  • Steuerhinterziehung - 08.11.2017

Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor hat die künftige Bundesregierung aufgefordert, sich für strengere Regeln in Fällen von Steuerhinterziehung einzusetzen. „Es muss Schluss sein mit anonymen Briefkastenfirmen in Steueroasen, in Deutschland und in vielen anderen Ländern“, erklärte Misereor-Wirtschaftsexperte Klaus Schilder am Dienstag in Berlin. So sei es nötig, dass die Unternehmen verpflichtend über ihre Bilanzen berichteten.

Die jüngsten Enthüllungen zu Steueroasen durch die sogenannten Paradise Papers haben laut Misereor deutlich gemacht, dass die Politik der Steuervermeidung transnationaler Konzerne bisher keine wirksamen Grenzen gesetzt habe. Die Steuervermeidung schade nicht zuletzt Menschen in den Entwicklungsländern, so Schilder: „Diese Konzerne enthalten den Menschen Geld für Investitionen in Bildung und Gesundheit und Infrastruktur vor und tragen oftmals zusätzlich zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden bei.“

Die neue Bundesregierung soll sich laut Schilder für ein öffentliches Verzeichnis der Eigentümer von Scheinfirmen einsetzen. Steuergerechtigkeit und der Kampf gegen Steueroasen müssten zentrale Themen der bevorstehenden Koalitionsverhandlungen werden. Für Staaten, die nicht kooperierten, solle es eine schwarze Liste geben.

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