Bündnis ruft zu Klima-Demo auf

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  • Klimawandel - 26.10.2017

Im Vorfeld der UN-Weltklimakonferenz ruft das Bündnis „Klima schützen – Kohle stoppen“ zu einer Demonstration am 4. November in Bonn auf. Die Initiative fordert von der neuen Bundesregierung einen verbindlichen Fahrplan für einen sozialverträglichen Kohleausstieg. Dieser sei entscheidend für die Einhaltung der vereinbarten Klimaziele, betonte der politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals, am Donnerstag in Bonn. „Deutschland muss sich entscheiden, ob es Vorreiter im Verbrennen von Braunkohle oder für Klimaschutz sein will.“

Das Bündnis wird von rund 80 Verbänden, Nichtregierungsorganisationen und den Kirchen getragen, darunter Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), Misereor und Brot für die Welt.

Während bei der Konferenz in Bonn über weltweite Klimaschutzmaßnahmen verhandelt werde, sei Deutschland weiter Vorreiter beim Braunkohletagebau und der größte CO2-Emittent Europas, kritisierte Antje Grothus, Kohlepolitik-Koordinatorin der Klima-Allianz. Jetzt sei der Moment, um „die Nutzung fossiler Energieträger zu beenden und aus der Kohle auszusteigen“.

Die Misereor-Referentin für Klimawandel und Entwicklung, Anika Schroeder, verwies auf die weltweiten Dimensionen der Kohlepolitik. „Deutsche Energiekonzerne verbrennen Kohle aus Entwicklungsländern, bei deren Abbau Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Kohle ist damit nicht nur dreckig, sondern unter Umständen auch blutig“, kritisierte sie. Millionen Menschen seien gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, weil der Klimawandel ihre Lebensgrundlagen zerstört habe.

Das Bündnis appellierte an die Staatengemeinschaft, dem Abkommen von Paris Taten folgen zu lassen. Dies gelte besonders für die Bundesregierung, die sich international als Klimavorreiter gebe, die nationalen Klimaschutzziele voraussichtlich jedoch verfehlen werde. Für eine glaubhafte Klimapolitik in Deutschland sei ein Abschalten der Kohlekraftwerke unabdingbar.

Zu der Demonstration in Bonn erwarten die Veranstalter bis zu 9.000 Teilnehmer. Geplant ist auch eine Fahrraddemo, die von Köln über die Autobahn 555 nach Bonn führen soll. Über eine Genehmigung werde noch juristisch gestritten.

Auf der UN-Weltklimakonferenz vom 6. bis 17. November berät die Staatengemeinschaft über die Umsetzung des 2015 in Paris beschlossenen Klimaabkommens. Dazu werden bis zu 25.000 Delegierte, rund 1.000 Journalisten und 500 Nichtregierungsorganisationen erwartet.

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