Schlechtes Klimazeugnis für Deutschland

  • Klimawandel - 25.10.2017

Vor der Weltklimakonferenz haben Umweltorganisationen der Bundesrepublik ein schlechtes klimapolitisches Zeugnis ausgestellt. Der Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, erwartet, dass von dem im November in Bonn geplanten Gipfel Druck auf die Bundesregierung ausgeht. Dies sei notwendig, „damit Deutschland endlich auch in der Umsetzung der Klimapolitik wieder eine Führungsrolle einnimmt“, schreibt Bals in einem Beitrag für die Bistumszeitungen „Paulinus“ (Trier) und „Der Pilger“ (Speyer).

Zwar habe die Regierung auf internationaler Ebene viel konstruktiv vorangetrieben. Doch habe es keine Fortschritte bei der Reduzierung von Kohlendioxidemissionen gegeben: „Das Klimaziel für 2020, eine Reduktion von 40 Prozent gegenüber 1990, droht krachend verfehlt zu werden.“

Laut dem Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner, steht bereits jetzt fest, dass das Zwischenziel einer 40-Prozent-Reduzierung der Treibhausgase bis 2020 „in der Realität bestenfalls zu 31 Prozent erreicht wird“. Ohne Sofortmaßnahmen werde auch das gegenüber der EU zugesagte deutsche Ziel eines Anteils von 18 Prozent erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch deutlich verfehlt.

„Damit gehört Deutschland zu nur fünf von 28 EU-Mitgliedstaaten, die ihre Klimaschutzverpflichtung für 2020 voraussichtlich nicht einhalten“, so Müller-Kraenner in einem weiteren Gastbeitrag für die beiden Kirchenzeitungen. In der neuen Legislaturperiode müsse ein Sofortprogramm aufgelegt werden, das einen unmittelbaren Ausstieg aus der Kohleverstromung und einen deutlich schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien beinhalte.

Die 23. Weltklimakonferenz 2017 „COP 23“ findet vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn statt. Erwartet werden 15.000 bis 20.000 Teilnehmer, darunter Diplomaten und Politiker aus aller Welt.

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