Hilfswerke rufen zu menschenwürdiger Arbeit auf

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  • Arbeit - 05.10.2017

Zum Welttag für menschenwürdige Arbeit an diesem Samstag fordern kirchliche Hilfswerke und Gewerkschaften von den künftigen Regierungsparteien, im Koalitionsvertrag Schritte zur Sicherung der Menschenwürde in der Wirtschaft zu vereinbaren. Soziale Rechte müssten Priorität haben und dürften nicht infrage gestellt werden, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung. Daran beteiligt sind Misereor, die Deutsche Kommission Justitia et Pax, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB), Adveniat und Kolping International.

Die Bundesregierung habe deutsche Unternehmen in einem Nationalen Aktionsplan aufgefordert, auch in ihren globalen Wertschöpfungsketten die Menschenrechte zu achten. Dies sei „eine zentrale Voraussetzung dafür, dass auch die Armen von wirtschaftlicher Entwicklung profitieren können“, erklärte der für Misereor zuständige Erzbischof Stephan Burger. „Die Regierungspartner sollten eine ambitionierte Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte im Koalitionsvertrag vereinbaren.“ Wenn Unternehmen internationale Standards bis 2020 nicht erfüllten, sei dringend eine gesetzliche Regelung nötig.

Die Gewerkschaften und Hilfswerke fordern auch, in Deutschland „ausbeuterische Arbeitsbedingungen“ zu bekämpfen, zum Beispiel bei Wanderarbeitnehmern auf Baustellen oder in der Fleischindustrie. Der Alltag in der globalen Wirtschaft sei von moderner Sklaverei in der Textilproduktion und Bananenplantagen sowie der Zerstörung von Umwelt und Lebensgrundlagen beim Rohstoffabbau geprägt. Durchschnittlich rund 6.400 Arbeiter sterben den Angaben zufolge täglich, weil Unternehmen für keinen angemessenen Schutz sorgten. Die Zahl moderner Sklaven werde weltweit auf 46 Millionen geschätzt.

Das Lateinamerikahilfswerk Adveniat widmet seine diesjährige Weihnachtsaktion dem Thema Faire Arbeit.
Mehr Infos unter www.adveniat.de/weihnachtsaktion.

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