Erzbistum Bamberg will Partnerschaft mit Senegal ausbauen

  • Senegal - 26.09.2017

Die Bischöfe von Bamberg und Thiès im Senegal, Ludwig Schick und André Guèye, wollen die seit zehn Jahren bestehende Partnerschaft beider Bistümer weiter ausbauen. Beide Diözesen profitierten von der Partnerschaft, betonten sie in einem gemeinsamen Interview mit der Bistumszeitung „Heinrichsblatt“.

„Kirche lebt immer davon, dass jeder gibt, was er hat, und das im guten Austausch“, sagte Erzbischof Schick. Deutschland habe derzeit mehr finanzielle und materielle Mittel, Afrika mehr personelle Ressourcen. Während vor 50 Jahren Priester von Europa nach Afrika gegangen seien und die Kirche dort aufgebaut hätten, gebe es jetzt ein „Reverse-Programm“: Viele senegalesische Priester übernähmen Urlaubsvertretungen im Erzbistum, in Oberhaid sei ein Priester aus dem Senegal dauerhaft als Pfarrvikar eingesetzt.

„Wir haben früher Missionare bekommen. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir Missionare nach Europa schicken“, sagte Bischof Guèye. Er wünsche sich, dass im Gegenzug auch Fachleute, wie Handwerker, Journalisten und Computerspezialisten, für ein oder zwei Monate in den Senegal kommen. „Beide Seiten können hier voneinander lernen.“

Schick wies auf die Freude am Glauben und Spontanität im religiösen Leben der Afrikaner hin sowie auf das „unverschämte“ Bekenntnis zum Glauben in der Öffentlichkeit, die Lebendigkeit in der Liturgie und den interreligiösen Dialog. Guèye sagte: „Wir können die Stille lernen. Hier im Gottesdienst wird viel gesungen, aber es gibt zu wenig Stille zum persönlichen Gebet.“ Auch die Verwaltung und Organisation der Kirche in Deutschland sei vorbildlich aus afrikanischer Sicht.

Das zehnjährige Bestehen der Bistumspartnerschaft wird am 1. Oktober mit dem Senegal-Sonntag auf Burg Feuerstein in Ebermannstadt gefeiert. Höhepunkt ist um 10 Uhr ein Festgottesdienst mit beiden Bischöfen.

Das ganze Interview im Wortlaut ist auf www.erzbistum-bamberg.de zu lesen.
 

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