Erzbischof Koch mahnt zu mehr Einsatz für die Ukraine

  • © Bild: KNA
  • Ukraine - 14.09.2017

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat Politiker und Kirchenverantwortliche in Deutschland dazu aufgerufen, sich stärker für die Ukraine einzusetzen. „Wir müssen deutlich machen: Dieses Land gehört zu Europa“, sagte der für die Hilfsorganisation Renovabis zuständige Bischof am Mittwoch nach seiner fünftägigen Reise in der Ukraine. Mit Blick auf den bewaffneten Konflikt in der Ostukraine fügte er hinzu: „Wir müssen dazu beitragen, dass dieser Krieg nicht vergessen wird.“

Er habe erfahren, „wie dankbar Priester, Bischöfe und Gläubige in der Ukraine dafür sind, dass wir sie nicht allein lassen“, sagte Koch. Renovabis sei eine Aktion der deutschen Katholiken „und nicht bloß ein Förderunternehmen“. Man spüre die hohe Wertschätzung der Ukrainer für die Kirche in Deutschland, „und das hängt nicht nur am Geld, sondern an der über Jahre gewachsenen Erfahrung, dass man sich aufeinander verlassen kann“.

Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Dr. Christian Hartl (links) und der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch sind zur Eröffnung nach Lviv in die Ukraine gereist.

Renovabis

Der Berliner Erzbischof zeigte sich beeindruckt von Schilderungen von Teilnehmern der Revolution auf dem Maidan. „Ich habe begriffen, dass auf diesem Platz Menschen mit der Europafahne in der Hand für ihre Freiheit demonstriert haben, dass viele von ihnen für Europa gestorben sind“, sagte Koch. „Man ist fast beschämt, wenn man sieht, wie europamüde viele Menschen bei uns sind“, fügte er hinzu.

Entsetzt zeigte sich der Erzbischof über die Armut vieler Menschen in der Ukraine. „Dass es in Europa noch solche Not gibt, ist wirklich beschämend“, sagte Koch. Er hatte zusammen mit Renovabis-Chef Christian Hartl und Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU) das osteuropäische Land bereist. Dabei hatte er unter anderem die Bibliothek der Katholischen Universität in Lviv eingeweiht.

© KNA