Missio gegen „aggressive Missionsmethoden“

  • Weltfriedenstreffen - 11.09.2017

Das katholische Hilfswerk Missio Aachen mahnt die Religionen, auf „aggressive Missionsmethoden“ zu verzichten. Sie gefährdeten die friedliche Koexistenz der Religionen, sagte Missio-Präsident Klaus Krämer am Montag beim Weltfriedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio in Münster. Der „einzige Weg zu einem friedlichen Zusammenleben“ sei der interreligiöse Dialog.

Voraussetzung für diesen Dialog seien interkulturelle Kompetenz, die Entwicklung der eigenen religiösen Identität und die Bereitschaft zum Gespräch auf Augenhöhe, so Krämer. Er forderte alle Verantwortlichen im weltweiten Religionsdialog dazu auf, sich mit Nachdruck gegen jede „destruktive und respektlose Abgrenzung zwischen den Religionen“ und die „missbräuchliche Instrumentalisierung religiöser Gefühle“ zu wenden. Es dürfe keine Gewalt gegen Andersdenkende, keine unlauteren Methoden zulasten anderer Religionen und kein einseitiges Ausnutzen einer faktischen Machtstellung gegenüber Minderheiten geben.

Das Hilfswerk Missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2016 stellte Missio Aachen rund 49,4 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung.

Das Weltfriedenstreffen steht unter dem Motto „Wege des Friedens“. Es war am Sonntag im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet worden. Auf dem Programm stehen Podien über Flucht, Armut, Gerechtigkeit und Umweltschutz. Am Dienstag wollen in Osnabrück Vertreter verschiedener Religionen für den Frieden beten. Bei einer Schlusskundgebung soll ein gemeinsamer Appell an die Welt gerichtet werden.

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