FARC hält Gründungsparteitag

  • Kolumbien - 04.09.2017

Mit einem Konzert im Zentrum der kolumbianischen Hauptstadt Bogota ist am Wochenende der Gründungsparteitag der früheren Guerilla-Organisation FARC zu Ende gegangen. Vor rund 1.000 ehemaligen Kämpfern sowie Tausenden von Zuschauern stimmte FARC-Chef Rodrigo Londono nach fünf Jahrzehnten Bürgerkrieg versöhnliche Töne an.

„Wir strecken unsere Hände als Signal der Vergebung und der Versöhnung aus“, sagte Londono. Künftige Aufgabe der FARC sei es, mit friedlichen Mitteln für Demokratie und soziale Gerechtigkeit zu arbeiten.

Die einstige linksgerichtete Guerilla-Organisation hatte sich nach fünftägiger Debatte auf einen neuen Namen sowie die Inhalte der neuen Partei verständigt. Das Kürzel FARC wird beibehalten, künftig steht es jedoch für „Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes“. Beobachter bemängelten, dass eine Aufarbeitung von früheren schweren Verbrechen der FARC-Kämpfer auf dem Parteitag keine Rolle gespielt habe.

Regierung und FARC hatten sich im vergangenen Jahr nach vierjährigen Verhandlungen auf ein Friedensabkommen verständigt. Im Rahmen dieses Prozesses sind rund 7.000 Kämpfer in sogenannte Befriedungszonen umgezogen, dort hatten sie ihre Waffen an die Vereinten Nationen übergeben. In dem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Staat und Guerilla starben rund 300.000 Menschen; mehr als sieben Millionen wurden zu Binnenflüchtlingen.

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