Schöpfungszeit

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  • Schöpfung - 30.08.2017

Die Schöpfung darf uns nicht gleichgültig sein – das betont der Speyrer Bischof Karl-Heinz Wiesemann anlässlich des von Papst Franziskus ausgerufenen Weltgebetstages für die Bewahrung der Schöpfung. Er fällt mit dem bereits in Deutschland traditionellen Ökumenischen Tag der Schöpfung zusammen, der ebenfalls am 1. September  begangen wird und in der Verantwortung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) liegt, deren Vorsitzender Bischof Wiesemann ist.

An vielen Orten versammeln sich Christen, um gemeinsam dem Schöpfer für das Geschenk des vielfältigen Lebens zu danken und sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Der Tag ist auch Beginn der sogenannten Schöpfungszeit, die mit dem 1. September beginnt und am 4. Oktober, dem Fest des heiligen Franz von Assisi, endet. Sie will Ansporn sein, einen Schöpfungstag auch in den Regionen und Pfarrgemeinden zu begehen.

Wiesemann ruft die Gläubigen in Deutschland dazu auf, sich an diesem Schöpfungstag zu engagieren und sich durch Gebet, Gottesdienst und gemeinschaftliche Veranstaltungen an die je eigene Verantwortung für die Schöpfung erinnern zu lassen. „In einer mehr und mehr globalisierten Welt, die von Terror und Angst heimgesucht wird, vergessen wir manchmal den dankbaren Blick auf Gottes gute Schöpfung. Für diese Schöpfung müssen wir eine generationenübergreifende Verantwortung übernehmen“, so Bischof Wiesemann. „Wer heute nicht an morgen denkt, versündigt sich an den kommenden Generationen. Deshalb brauchen wir ein Bewusstsein, das Schöpfung und Ökologie nicht als Themen von gestern abtun, sondern höchste Aktualität haben.“

Die Feier des Schöpfungstages sei ein besonderes Herzensanliegen von Papst Franziskus, der angesichts der ökologischen Krise unermüdlich zur Umkehr aufrufe und alle Christinnen und Christen zur besonderen Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung mahne. „In der Enzyklika Laudato siʼ macht der Papst Handlungsvorschläge, die wir mutig in unseren Gemeinden aber auch auf der überregionalen Ebene aufgreifen sollten. Klimapolitik, gerechte Ressourcenverwendung und eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser für jeden, sind nur einige von konkreten Forderungen, denen wir uns verpflichtet fühlen sollten“, betont Bischof Wiesemann. Auch Papst Franziskus liege an einer ökumenischen Ausrichtung dieses Tages. Der Papst habe mit seiner Initiative eine orthodoxe Praxis aufgegriffen und ermutige, in ökumenischer Gemeinschaft Zeugnis für die Schöpfung abzugeben.

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Hintergrund

Der Ökumenische Tag der Schöpfung wird seit mehreren Jahren jeweils am ersten Freitag im September von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) mit einer zentralen Feier begangen. Diese Praxis wurde auf dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 in München angekündigt und hat sich seitdem bewährt. Die gemeinsam vereinbarte Schöpfungszeit, die mit dem 1. September beginnt und am 4. Oktober, dem Fest des heiligen Franz von Assisi endet, will Ansporn sein, einen Schöpfungstag auch in den Regionen und Pfarrgemeinden zu begehen.

Die zentrale Feier zum Ökumenischen Schöpfungstag findet in diesem Jahr unter dem Leitthema „So weit Himmel und Erde ist“ (Psalm 148,13) am 1. September 2017 in Lübeck statt.

Kurz nach Erscheinen seiner Umweltenzyklika Laudato si‘ führte Papst Franziskus 2015 in Anlehnung an die Orthodoxe Kirche den 1. September als „Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung“ ein, bei dem alle Christen der Welt aufgerufen sind, für die Sorge und den Einsatz für das gemeinsame Haus zu beten.

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