Deutsche Kirche für mehr legale Zugangswege

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  • Flucht und Asyl - 25.08.2017

Die deutschen Bischöfe warnen vor einer „Politik der Abschottung“ und fordern mehr geregelte Zuwanderung nach Europa. „Als Kirche sagen wir: Wer Chaos an den Grenzen und auf den Wanderungsrouten vermeiden will, muss auch vermehrt legale und sichere Zugangswege eröffnen.“ Das betonte der Flüchtlingsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Stefan Heße, am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn.

Die Politik tue zwar gut daran, „chaotische Verhältnisse, wie sie 2015 mancherorts geherrscht haben“, zu vermeiden, so Heße weiter. „Die derzeitige Gefahr besteht aber darin, dass aus einer Politik des notwendigen Ordnens und Kontrollierens eine Politik der Abschottung wird.“

Die Zahl der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge bezeichnete der Erzbischof als „skandalös“. Auf die Frage nach den jüngst verschärften Auflagen für Seenotretter sagte er: „Wenn die Staaten private Rettungsmissionen einschränken, stehen sie selbst in der Pflicht, die Menschen auf dem Meer zu schützen.“ Heße kündigte in dem Interview eine mehrtägige Reise nach Sizilien an, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Dabei werde er Gespräche mit privaten Rettungsorganisationen ebenso wie mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex führen.

Zu Vorwürfen, wonach Seenotretter als Helfershelfer von Schleuserbanden fungieren, sagte der Erzbischof: „Ich weiß nicht, ob es im einen oder anderen Fall eine problematische Kooperation gegeben hat. Aber ich weiß, dass wir die Flüchtlinge nicht ertrinken lassen dürfen.“ Wenn staatliche Rettungsaktionen nicht wirksam genug seien, seien „ergänzende gesellschaftliche Aktivitäten legitim und notwendig“. Heße ist Erzbischof von Hamburg und seit zwei Jahren Sonderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen.

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