Kirche fordert Ende des „Drogenkriegs“ auf den Philippinen

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  • Philippinen - 21.08.2017

Die katholische Kirche der Philippinen hat ein Ende der Tötungen mutmaßlicher Drogenkrimineller durch die Polizei gefordert. „Angesichts der Komplexität des Problems kann keine Einzelperson, keine Gruppe oder Institution für sich in Anspruch nehmen, die richtige Lösung zu haben“, schrieb der Erzbischof von Manila, Kardinal Luis Tagle, in einem am Sonntag in allen Kirchen des Landes verlesenen Brief.

Darin lud der Kardinal alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen zu einem Dialog ein. „Das Problem der illegalen Drogen darf nicht auf eine politische oder strafrechtliche Frage reduziert werden. Es ist ein menschliches Problem, das uns alle betrifft“, betonte er in seiner Botschaft. Die Erzdiözese Manila, so Tagle, sei bereit, als Gastgeber eines solchen Treffens zu fungieren.

Präsident Rodrigo Duterte hatte bei seinem Amtsantritt Ende Juni 2016 den illegalen Drogen den Krieg erklärt. Seitdem hat die Polizei mehrere tausend mutmaßliche Drogenkriminelle erschossen. Die vergangene Woche war mit mehr als 80 Toten eine der blutigsten im „Drogenkrieg“.

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