Nach Erdrutsch Seuchengefahr in Sierra Leone

  • Sierra Leone - 16.08.2017

Zwei Tage nach dem verheerenden Erdrutsch in Sierra Leones Hauptstadt Freetown mit mehr als 400 Toten warnen Hilfsorganisationen vor dem Ausbruch von Seuchen. Peter Konteh, Direktor von Caritas in Freetown, beschrieb die Lage am Mittwoch als katastrophal. Leichen trieben im Wasser oder lägen in den Straßen. Die Bergung der Opfer habe daher Priorität.

600 Menschen werden noch vermisst, 3.000 Personen verloren nach Regierungsangaben ihre Häuser. Präsident Ernest Bai Koroma hatte am Dienstag internationale Unterstützung angefordert. Ab Mittwoch ordnete die Regierung zudem eine Woche der Staatstrauer an.

Papst Franziskus drückte seine Anteilnahme für die Opfer der Hochwasserkatastrophe und des Erdrutsches in Sierra Leone aus. Er sei sehr traurig über die „verheerenden Konsequenzen“, welche die Schlammlawinen nahe der Hauptstadt Freetown auslösten, hieß es in einem am Mittwoch vom Vatikan veröffentlichten Beileidstelegramm. In dem Schreiben an den Erzbischof von Freetown, Charles Edward Tamba, sicherte Franziskus den Angehörigen der Toten seine geistliche Nähe und seine Gebete für die Verstorbenen zu. Auch den Rettungskräften und allen Helfern drückte er seine Solidarität aus.

Nach tagelangen Regenfällen hatten sich am frühen Montagmorgen mehrere Schlammlawinen gelöst. Viele Menschen wurden offenbar im Schlaf überrascht. Besonders betroffen ist das Viertel Regent. Doch auch in anderen Stadtteilen wurden Straßen unterspült und Häuser vom Schlamm bedeckt, Straßen sind nicht passierbar. Viele hundert Menschen werden noch unter Schlamm und Geröll vermutet. Die Helfer befürchten außerdem, dass jederzeit weitere Schlammlawinen ausgelöst werden könnten.

Freetown gilt als besonders dicht besiedelte Stadt mit feucht-heißem Klima und schlechter Infrastruktur. Während des Cholera-Ausbruchs im Jahr 2012 starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 300 Menschen. Zwei Jahre später gab es aufgrund eins Ebola-Ausbruchs rund 4.000 Todesopfer.

© KNA/Caritas international