Studie sieht Agenda 2030 gefährdet

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  • Agenda 2030 - 06.07.2017

Eine aktuelle Studie sieht die globalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen der „Agenda 2030“ gefährdet. Die Autoren des „Sustainable Development Goal“-Index (SDG) kritisieren vor allem den wachsenden Protektionismus und Nationalismus, wie die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag in Gütersloh mitteilte.

Zum einen hinkten die meisten OECD-Staaten bei der Erfüllung der Ziele im eigenen Land hinterher. „Zum anderen verursachten Industrieländer durch ihr ressourcenintensives Konsumverhalten, unzureichende Finanzierung der Entwicklungshilfe oder den Schutz von Steueroasen häufig Kosten für Entwicklungs- und Schwellenländer“, hieß es. Dadurch erschwerten sie ärmeren Staaten, die ambitionierten Ziele bis 2030 zu erreichen.

„Protektionismus ist eine Einbahnstraße, die uns nicht zur Umsetzung der Agenda 2030, sondern zurück ins Jahr 1930 bringen könnte. Die G20-Staaten sollten in Hamburg ein klares Zeichen für die globalen Ziele und gegen nationale Egoismen setzen“, so Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

Der aktuelle SDG-Index vergleicht 157 Staaten und wurde demnach von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Sustainable Development Solutions Network (SDSN) erarbeitet. Die Länder, die die Vorgaben am ehesten erfüllten, seien die skandinavischen Staaten: Schweden rangiert auf Platz eins, gefolgt von Dänemark und Finnland. Die Werte für die USA (42. Platz) und China (71. Platz) verdeutlichten, dass auch die größten Volkswirtschaften noch aufholen müssen. Am weitesten von der Umsetzung entfernt seien afrikanische Staaten wie die Zentralafrikanische Republik, Tschad oder die Demokratische Republik Kongo.

Deutschland belegt laut der Stiftung im weltweiten Ranking den sechsten Platz und ist damit neben Frankreich (10. Platz) das einzige Land der G7-Gruppe in den Top Ten. Vor allem in den Bereichen Bildung und Infrastruktur punkteten die Deutschen. Im Bildungsbereich liegt den Daten zufolge Deutschland auf dem dritten Platz hinter Großbritannien und Kanada. Das gute Abschneiden gehe vor allem auf die langjährige und nahezu universelle Schulbildung und eine niedrige Analphabetenrate zurück. Bei Infrastruktur und Industrie punkte Deutschland vor allem durch gut ausgebaute Transportwege oder auch die Anmeldequote von Patenten. Hierzulande werden demnach pro einer Million Einwohner rund 69 Patente angemeldet, in den USA sind es hingegen rund 45.

Doch es gibt laut der Autoren auch Nachholbedarf: Die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen betrage in Deutschland 17 Prozent. In Belgien hingegen, dem Spitzenreiter in dieser Kategorie, sind es demzufolge nur 3,2 Prozent. Auch werde kritisiert, dass Deutschland mit einem Volumen von rund 97 Millionen Dollar je 100.000 Einwohnern zu den zehn größten Waffenexporteuren der Welt gehöre. Gleichzeitig zahle Berlin nur 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in die Entwicklungshilfe ein.

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