Ökumenischer Aufruf zu mutigen Schritten bei G20

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  • G20 - 04.07.2017

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben vor dem G20-Gipfel in Hamburg die Staats- und Regierungschefs zu mutigen Schritten aufgerufen. Kritiker der Veranstaltung seien aufgerufen, „den politischen und gesellschaftlichen Dialog ausschließlich auf gewaltfreiem Weg zu suchen und sich gemeinsam der Verantwortung für die Eine Welt zu stellen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm.

Ohne internationale Zusammenarbeit und globale Solidarität könnten die Herausforderungen der Gegenwart nicht bestanden werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Als Beispiele nennen Marx und Bedford-Strohm die Klimaveränderungen, gewalttätige Großkonflikte sowie Armut und extreme Ungleichheit.

Vor allem mit Blick auf die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten erhoffen sich die Kirchenvertreter vom Gipfel in Hamburg ein „Signal für eine neue kooperative Sicherheits- und Friedenspolitik“. Die Staatenlenker müssten „jeder Aufrüstungsideologie widerstehen: Mehr Waffen sind keine Lösung“, heißt es in der Erklärung.

G20 - 28.06.2017

Vor dem G20-Gipfel in Hamburg melden sich auch die beiden großen Kirchen zu Wort. Sie wollen das Treffen kritisch begleiten – ohne es grundsätzlich infrage zu stellen. Im Gegensatz zu manch anderen Demonstranten.


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Mit Blick auf die Erderwärmung drängen die beiden Kirchen darauf, dass die Pariser Klimaschutzvereinbarung Grundlage der weiteren internationalen Verhandlungen bleiben müsse. „Der Rückzug von den in Paris übernommenen Verpflichtungen ist ebenso wenig verantwortliche Politik wie eine nur halbherzige Umsetzung … Vom G20-Gipfel sollte deshalb das Signal ausgehen, dass ‚Paris‘ der Ausgangspunkt aller weiteren Bemühungen um eine ambitionierte Klimapolitik bleibt.“

Marx und Bedford-Strohm erinnern  auch an die von den Vereinten Nationen 2015 beschlossene „Agenda 2030“ und die dort formulierten „nachhaltigen Entwicklungsziele“. Das weltweite Armutsniveau bezeichnen sie als „humanitäre Katastrophe, die sich tagtäglich ereignet“. Afrika müsse künftig im Zentrum der internationalen politischen Anstrengungen stehen. Europa werde dauerhaft keine Stabilität erleben, wenn die Nachbarn ihre Verhältnisse nicht als menschenwürdig erlebten, so Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm.

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