FARC-Guerilla hat sich in Kolumbien entwaffnet

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  • Kolumbien - 27.06.2017

Die linksgerichtete Guerilla-Organisation FARC hat sich in Kolumbien nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) komplett entwaffnet. In einer am Montag verbreiteten UN-Stellungnahme heißt es, dass insgesamt 7.132 Waffen registriert worden seien. Damit sei die individuelle Entwaffnung der rund 7.000 FARC-Rebellen praktisch abgeschlossen.

Künftig will sich die FARC als politische Partei engagieren. Im August ist ein Gründerkongress geplant. „Für die FARC ist das natürlich ein sehr bedeutender Schritt, denn sie wollen zeigen: 'Wir meinen es ernst', sagte der deutsche FARC-Forscher David Graaff von der „Universidad Nacional“ in Medellin am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Niederlegung der Waffen bedeute, dass die FARC dem Staat ihren Schutz anvertraue.

Der Erfolg des Friedensprozesses hänge nun entscheidend davon ab, ob der Staat diese Schutzfunktion übernehmen könne. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hatte vor wenigen Tagen erklärt, die FARC werde aufhören, als bewaffnete Organisation zu existieren.

Regierung und FARC hatten sich im vergangenen Jahr nach vierjährigen Verhandlungen auf ein Friedensabkommen verständigt. Im Rahmen dieses Prozesses sind rund 7.000 Kämpfer in sogenannte Befriedungszonen umgezogen, um dort ihre Waffen abzugeben und die Wiedereingliederung in die Zivilgesellschaft voranzutreiben. In dem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Staat und Guerilla starben rund 300.000 Menschen; mehr als sieben Millionen wurden zu Binnenflüchtlingen.

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