UN melden neuen Höchststand bei Flüchtlingszahlen

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  • Flucht und Asyl - 19.06.2017

Die Flüchtlingszahlen im Jahre 2016 haben laut Angaben der Vereinten Nationen den höchsten jemals registrierten Stand erreicht. Weltweit waren demnach im vergangenen Jahr 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Wie aus einem am Montag in Berlin und Genf vorgestellten Bericht des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) weiter hervorgeht, bedeutet das im Vergleich zu 2015 noch einmal einen Anstieg um 300.000 Menschen.

Diese Zahl wiederum zeige, dass sich der Anstieg von Flucht und Vertreibung verlangsamt habe, hieß es weiter. In jedem der vergangenen fünf Jahre stieg die globale Gesamtzahl jeweils in Millionenhöhe.

Die Daten stammen aus der neuen Weltjahresstatistik Global Trends der UN-Organisation und umfassen Flüchtlinge, die ihre Heimatländer verlassen mussten, Binnenvertriebene sowie Asylbewerber. Bei den Flüchtlingen blieb Syrien 2016 das wichtigste Herkunftsland; dramatisch sei die Situation aber beispielsweise auch im Südsudan, der seit Jahren von einem blutigen Machtkampf erschüttert wird. Auch bei den Binnenvertriebenen stand Syrien mit dem Irak und Kolumbien im vergangenen Jahr an der Spitze im weltweiten Vergleich.

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Die Flüchtlingszahlen im Jahr 2016 haben laut Angaben der Vereinten Nationen den höchsten jemals registrierten Stand erreicht. Weltweit waren demnach im vergangenen Jahr 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht – eine alarmierende Zahl, die die gesamte Menschheitsfamilie vor große Herausforderungen stellt.


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Die Zahl jener Menschen, die im Verlauf des Jahres 2016 neu zur Flucht gezwungen wurden, blieb laut UNHCR auf einem sehr hohen Stand: 10,3 Millionen insgesamt, von ihnen blieben zwei Drittel innerhalb der Grenzen ihres Heimatlandes. „Statistisch gesehen bedeutet dies: 2016 musste alle drei Sekunden ein Mensch fliehen.“

Gleichzeitig besserte sich im vergangenen Jahr den Angaben zufolge in Teilbereichen die Lage – allerdings in vergleichsweise geringem Umfang. So hätten 37 Staaten insgesamt 189.300 Flüchtlinge zur Aufnahme durch Resettlement akzeptiert. Rund eine halbe Million Flüchtlinge konnte in ihr Heimatland zurückkehren, zudem rund 6,5 Millionen Binnenvertriebene in ihre jeweiligen Heimatregionen – wenngleich viele von ihnen keineswegs unter idealen Bedingungen und mit unsicheren Zukunftsaussichten.

Die meisten Flüchtlinge weltweit, 84 Prozent, lebten Ende 2016 in Staaten mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Einer von drei Flüchtlingen – insgesamt 4,9 Millionen – wurde von den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt aufgenommen.

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