Missio in Sorge um Asia Bibi

  • Pakistan - 16.06.2017

Missio Aachen hat seine Sorge um die zum Tode verurteilte pakistanische Christin Asia Bibi zum Ausdruck gebracht. „Wir machen uns große Sorgen um Asia Bibi, weil ihre Berufungsverhandlung immer weiter verschleppt wird“, sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes Missio in Aachen, am Freitag laut einer Pressemitteilung.

Bibi ist wegen des Blasphemie-Vorwurfs am 19. Juni 2009 von der Polizei festgenommen worden. Missio Aachen hatte infolgedessen eine Petition mit 18.425 Unterschriften für die Freiheit von Asia Bibi an die Bundesregierung übergeben. Diese übergab sie an die pakistanischen Verantwortlichen.

Zuletzt im April Ansetzung einer Verhandlung abgesagt

Asia Bibi war nach einem Streit mit Erntearbeiterinnen der Blasphemie angeklagt und 2010 zum Tod verurteilt worden. Sie bestreitet alle Vorwürfe. Berufungen in den ersten Instanzen scheiterten. Der Fall ist seitdem in letzter Instanz am Obersten Gerichtshof in Pakistan anhängig. Einer der drei zuständigen Richter hatte sich im Oktober vergangenen Jahres für befangen erklärt, weshalb die angesetzte Berufungsverhandlung gegen das Todesurteil verschoben wurde. Zuletzt lehnte die pakistanische Justiz im April den Antrag ab, eine Verhandlung in diesem Juni anzusetzen. Es ist noch kein Richter für die entsprechende Kammer nachnominiert worden.

Prälat Krämer: „Druck islamistischer Fanatiker auf Gerichtshof ist enorm“

„Unsere Partner in Pakistan sind ratlos und befürchten, dass eine Berufung so lange hinausgeschoben werden könnte, bis die fünffache Mutter und ihre Familie vollständig zermürbt ist oder sie sogar stirbt“, so Prälat Krämer. „Der Druck islamistischer Fanatiker auf den Obersten Gerichtshof ist enorm. Sie drohen mit offener Gewalt, sollte das Todesurteil gegen Asia Bibi aufgehoben werden. Davor haben die Richter Angst“, berichtet Prälat Krämer weiter. Bisher wurde in Pakistan noch kein Todesurteil wegen Blasphemie tatsächlich vollstreckt.

© Missio