Misereor fordert langfristige Strategie gegen Flüchtlingskrise

  • Flüchtlingskrise - 16.06.2017

Das katholische Hilfswerk Misereor fordert eine langfristige Friedenspolitik, um die weltweite Flüchtlingskrise zu bewältigen. „Ernsthafte Fluchtursachenbekämpfung ist keine Frage von Monaten, sondern von vielen Jahren“, sagte Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon am Freitag in Aachen anlässlich des Weltflüchtlingstags am kommenden Dienstag, 20. Juni.

Immer noch sind laut Misereor weltweit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter fast 41 Millionen als Binnenvertriebene. „Die Zahlen nehmen keinesfalls ab, allerdings ist Europa davon nur zu einem Bruchteil betroffen“, erläuterte Bröckelmann-Simon. Länder mit jahrelangen Konfliktsituationen seien die Hauptherkunftsländer von Geflüchteten. „So schwierig es auch sein mag – an  einer langfristigen Friedenspolitik mit starker Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure und Stabilisierung lokaler Strukturen führt kein Weg vorbei“, so der Geschäftsführer.

Zusätzlich forderte Bröckelmann-Simon für die Geflüchteten an deren Zufluchtsorten Rechtssicherheit, Zugang zum Arbeitsmarkt und zu umfassenden Grunddienstleistungen wie Gesundheit und Bildung. „Menschenwürdige Flüchtlingsarbeit verlangt Perspektiven, die die Menschen aktivieren und sie aus dem Status von Hilfsempfängern herausholen“, so Bröckelmann-Simon.

Die meisten Flüchtlinge sind laut Misereor Vertriebene innerhalb ihrer eigenen Länder. „Diese Binnenflüchtlinge sind besonders gefährdet, ihnen muss gezielt geholfen werden“, so Bröckelmann-Simon. Dies gehe nur über lokale Strukturen und angepasste Angebote vor Ort. „Häufig sind es gerade die weniger Mobilen, die Verletzlichsten, die in ihrem eigenen Land auf der Flucht sind und es nicht über die Grenzen schaffen,“ warnte der Geschäftsführer.

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