Bischof: Renovabis ermutigt Menschen in Osteuropa

  • Osteuropa - 06.06.2017

Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt hat die Unterstützung des Hilfswerks Renovabis für die Menschen in Osteuropa nachdrücklich gewürdigt. Dessen Initiativen hätten „in dem früher vom Kommunismus geplagten Teil Europas“ viel für die Achtung der Menschenwürde und für den christlichen Glauben getan, sagte Ipolt am Sonntag in der Kathedrale der Neißestadt. Zum Abschluss der Renovabis-Pfingstaktion betonte er, das Hilfswerk sei ein „wichtiges Zeichen dafür, dass das Angesicht der Erde – der armen Ortskirchen in den Ländern Osteuropas – wirklich neu werden kann und Aufbrüche möglich werden“.

In allen katholischen Gottesdiensten Deutschlands wurde am Wochenende für Renovabis gesammelt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Pfingstaktion standen soziale Probleme, die mit Arbeitsmigration verbunden sind. An der Abschlussfeier in der Görlitzer Kathedrale nahmen auch Gäste aus anderen Ländern teil, unter ihnen der Erzbischof von Wroclaw (Breslau), Jozef Kupny. Der Gottesdienst war mit der Erteilung des Firmsakraments an 46 deutsche und polnische Jugendliche verbunden. Auf dem Gebiet des östlichsten deutschen Bistums wohnen immer mehr polnische Katholiken.

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„Bleiben oder Gehen? – Menschen im Osten Europas brauchen Perspektiven!“ Das war das Motto der Renovabis-Pfingstaktion 2017. Lesen und hören Sie die Geschichten von Menschen aus Osteuropa, die für die Arbeit ihre Heimat und auch ihre Lieben verlassen mussten.


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Renovabis-Hauptgeschäftsführer Christian Hartl hob anlässlich der Pfingstaktion des Hilfswerks hervor, die Arbeitsmigration von Ost nach West habe auch negative Folgen. So führe sie zu „zerbrechenden Familien und zurückbleibenden Kinder oder alten Menschen“. Zudem habe es problematische wirtschaftliche Konsequenzen, wenn gut ausgebildete junge Menschen ihr Heimatland verließen, weil sie dort keine Lebensperspektive mehr sähen. Deshalb fördert Renovabis gemeinsam mit Partnern in Osteuropa Projekte, um ein Bleiben zu erleichtern.

Zugleich ruft das Hilfswerk zu einem fairen Umgang mit Zuwanderern aus Osteuropa auf. Sie befänden sich oft in prekären Situationen, erklärte Hartl. So müssten sie „vor Ausbeutung durch Arbeitgeber oder Vermieter, aber auch vor Gewalt geschützt werden“. Zudem fordert Renovabis für sie einen Zugang zu den Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystemen.

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Das Hilfswerk mit Sitz in Freising unterstützt Projekte zur Erneuerung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in den ehemals kommunistischen Ländern.

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