Missio fordert Ende des Kriegsrechts auf Philippinen

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  • Philippinen - 01.06.2017

Missio München fordert ein Ende des kürzlich von Präsident Duterte verhängten Kriegsrechts im Süden der Philippinen. Dieser hatte es aufgrund der jüngsten Gefechte der philippinischen Armee und der islamistischen Terrorgruppe „Maute“ auf der Insel Mindanao für 60 Tage eingeführt. Unterdessen veröffentlichte der mit rund 240 weiteren Geiseln entführte Generalvikar im Bistum Marawi, Teresito Suganob, eine Videobotschaft, in der er um Hilfe bittet. Durch die unbarmherzige militärische Offensive sei ihr Leben in Gefahr, denn die Terroristen seien „bereit, für ihre Religion zu sterben“, so der Generalvikar.

Die Philippinen-Referentin von Missio München, Stephanie Schüller, kritisierte, dass die Verhängung des Kriegsrechtes nicht nötig sei, um ein lokal begrenztes Problem zu lösen. Dadurch werde vielmehr eine ganze Region in Mitleidenschaft gezogen. Stattdessen sollten alle Beteiligten über eine friedliche Lösung verhandeln. Außerdem sieht Schüller die Gefahr, dass Präsident Duterte seinem Vorbild, dem ehemaligen Präsidenten Ferdinand Marcos, folge und das Kriegsrecht schrittweise über die gesamte Inselgruppe verhänge, um seine Macht zu stärken.

Auf der Insel Mindanao ist nach Angaben von Missio rund die Hälfte der Bewohner muslimisch, die andere christlich. In der Stadt Marawi sind derzeit rund die Hälfte der 200.000 Einwohner auf der Flucht. Die Terrororganisation „Maute“ beruft sich auf die Ideologie des Islamischen Staates. Weitere islamistische Verbrecherorganisationen wie „Abu Sayyaf“ – der ursprünglich der Militäreinsatz gegolten hatte – operieren ohne Rückhalt in der Bevölkerung. „Die Mehrheit der Bevölkerung – Muslime wie Christen – sind Opfer einiger weniger,“ so die Missio-Referentin.

© Missio München/cze