Prior von Taizé: Europa grenzt Afrika beim Handel aus

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  • Afrika - 29.05.2017

Der Prior von Taizé, Frère Alois, hat die Handelsbeziehungen der EU zu afrikanischen Ländern als ausgrenzend kritisiert. Sie seien weit entfernt von gerechten Partnerschaften, sagte er am Wochenende beim Evangelischen Kirchentag in Berlin. Man dürfe sich also nicht wundern, wenn so viele Afrikaner in Europa bessere Lebensbedingungen suchten. „Und es werden mehr und mehr werden“, so der Prior der Gemeinschaft von Taizé. Frère Alois äußerte sich bei einer Bibelarbeit im Tempodrom.

Unterdessen kündigte die ökumenische Gemeinschaft Taizé am Wochenende an, Mitte Juli eine Zusammenkunft zum Thema „Migration“ zu machen. Eingeladen sind Jugendliche zwischen 18 und 35 Jahren, die sich für das Thema interessieren beziehungsweise die bei der Aufnahme und der Begleitung von Flüchtlingen und Migranten mithelfen.

Die Idee zu der Begegnung vom 16. bis 23. Juli entstand demnach in Rom, nachdem Papst Franziskus ein Team beauftragt hatte, den Beitrag der katholischen Kirche zur Aufnahme von Flüchtlingen zu koordinieren.

Das vorläufige Programm steht online. Es enthält Begegnungen mit engagierten Fachleuten, Erfahrungsberichte, Austausch sowie einen Runden Tisch mit Politikern aus europäischen Ländern. Die Gemeinschaft ermutigt die Teilnehmer, zu dem Treffen auch Flüchtlinge einzuladen und nach Taizé mitzubringen.

Taizé zählt zu den wichtigen Orten der ökumenischen Bewegung. Der kleine Ort in Burgund ist Sitz einer Bruderschaft, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten zum Treffpunkt für Jugendliche aus aller Welt wurde. Ihr gehören rund 100 Männer aus mehr als 25 Ländern an, die aus verschiedenen evangelischen Kirchen und aus der katholischen Kirche kommen.

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