Erzbischof: Religions-Konferenz ist Kehrtwende der Politik

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  • Politik - 24.05.2017

Der katholische Weltkirche-Bischof Ludwig Schick sieht in der Konferenz „Friedensverantwortung der Religionen“ des Auswärtigen Amts in Berlin eine Kehrtwende internationaler Politik. „Bisher wurden die Religionen mehr als Ursachen von Gewalt, Konflikten, Terror und Kriegen gesehen, inzwischen werden sie als Hilfe für den Frieden betrachtet“, sagte der Bamberger Erzbischof am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Diese wichtige Einsicht könne gute Ergebnisse bringen. „Dazu müssen die Religionen und vor allem die Religionsführer Verantwortung übernehmen.“

Zuvor hatten sich rund 100 Vertreter von Religionsgemeinschaften aus Nord- und Westafrika, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Europa auf Einladung von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin getroffen. Damit soll das gesellschaftliche Friedenspotenzial der verschiedenen Religionen in ihrer Region diskutiert und stärker mit der deutschen Außenpolitik verzahnt werden. Ähnliches hat das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) vor.

Langfristig will das Außenministerium auf diese Weise die Religionsgemeinschaften als strategische Partner gewinnen. Die Initiative sei der Einsicht geschuldet, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung einer Religion angehöre, konkret etwa 80 Prozent, sagte Schick. Sofern also Religionsvertreter in einem guten Austausch wirkten, könnten sie ihre Potenziale für den Frieden einbringen. „Miteinander können sie auch terroristische Gruppen, die Religion für ihre politischen Ziele missbrauchen, unschädlich machen“, betonte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz.

„Der Dialog der Religionen ist für den Frieden und die Überwindung von Gewalt und Terror unabdingbar“, erklärte Schick. Deshalb müsse die Berliner Konferenz in den einzelnen Ländern weitergeführt werden. Friede sei die Voraussetzung für jede Entwicklung, „besonders auch für die Überwindung von Nahrungsmangel und Hunger, die besonders viele Länder Afrikas derzeit heimsuchen“, sagte Schick.

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