Entwicklungsministerium und Sant'Egidio wollen mehr kooperieren

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Über die bisherige Kooperation hinaus wollen beide Seiten beim interreligiösen Dialog und der Prävention von gewalttätigem Extremismus in Afrika kooperieren.

Müller nannte Sant'Egidio ein „leuchtendes Beispiel für die Kraft der Religion“ bei der Entwicklungshilfe. Wesentlich sei dabei die Friedensarbeit und der globale Dialog der Gemeinschaft mit den Weltreligionen. Die Kirchen seien die „wichtigsten Partner in der Entwicklungszusammenarbeit“, so Müller. Mit Blick auf die Herausforderung der Globalisierung forderte er einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Beziehung zwischen Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern. Ansonsten werde es zu weiteren Flüchtlingskrisen kommen.

Die im Mai 1968 in Rom entstandene katholische Bewegung Sant'Egidio widmet sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten sowie dem Dialog der Religionen. Sie hat nach eigenen Angaben rund 60.000 Mitglieder in 70 Ländern, davon 5.000 in Deutschland. Ihr Hauptsitz befindet sich im römischen Stadtteil Trastevere; ihr deutsches Zentrum ist seit 1983 Würzburg.

Die gemeinsame Erklärung betont, dass die globalen Entwicklungsziele der Agenda 2030 nur in Kooperation von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu erreichen seien. Dabei wird die bisherige Zusammenarbeit unter anderem auf dem Gebiet der Menschenrechte, im Gesundheitsbereich beim Kampf gegen Aids sowie bei der Friedenserziehung erwähnt. Die Einzelheiten sollen in einer Vereinbarung mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) geregelt werden. Das BMZ hatte mit seiner Strategie zur „Religion als Partner in der Entwicklungszusammenarbeit“ von 2016 die Grundlage für eine neue Partnerschaft mit religiösen Akteuren gelegt.

Müller war zuvor am Rande der Generalaudienz mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Dabei würdigte er den Papst als Vorbild beim Einsatz gegen Hunger, Armut und Ungerechtigkeit. „Der Papst hat einen klaren Wertekompass und erinnert uns immer wieder an unsere Verantwortung für die Schwachen und die Bewahrung der Schöpfung“, sagte Müller. Der Papst habe mit seiner Forderung nach einem nachhaltigen Wirtschaften in seiner Enzyklika „Laudato si“ eine moralische Vorreiterrolle zum Schutz der Schöpfung übernommen, so der Minister.

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