Fairer Handel gegen die Abschottung

  • Fairer Handel - 10.05.2017

Fairer Handel ist in Zeiten von wirtschaftlichem Protektionismus auch ein politischer Gegenentwurf – hier gilt Austausch anstatt Abschottung. Das betonte Gepa-Geschäftsführer Marke und Vertrieb, Peter Schaumberger, am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz der Fair-Trade-Organisation.

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Der Faire Handel – in Deutschland vor mehr als vier Jahrzehnten begonnen – steht für gerechte und partnerschaftliche Handelsbeziehungen und dafür, dass Produzenten menschenwürdig leben können.


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„Der Kern des Fairen Handels ist für uns die Wertegemeinschaft zwischen Süd und Nord. Nur gemeinsam können wir uns für den Abbau von Ungerechtigkeiten im Welthandel einsetzen“, fuhr Schaumberger fort. „Fair Trade stellt den Menschen in der Wertschöpfungskette in den Mittelpunkt, sowohl hier als auch bei unseren Handelspartnern.“

Es sei ein positives Zeichen, dass viele Menschen mit Fairem Handel ein Zeichen für Weltoffenheit und Engagement setzten. Das wirke sich auch positiv auf den Umsatz der Gepa aus: Mit einer Umsatzsteigerung von 7,2 Prozent auf rund 74 Millionen Euro habe die Gepa 2016 erstmals die 70 Millionen-Grenze beim Großhandelsumsatz überschritten, hieß es.

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Die Nachfrage nach fairen Produkten steigt zunehmend, doch das bringt auch Probleme mit sich. Darüber sprachen wir mit Klaus Weingärtner, dem stellvertretenden Geschäftsführer der an der Messe beteiligten Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), zu deren Partnern auch Missio gehört.


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Verbraucher kauften demnach für rund 114 Millionen Euro (Umsatz zu Endverbrauchspreisen) Kaffee, Schokolade, Tee, Honig und Handwerksartikel ein. „Trotz Herausforderungen wie unsicherer Rohstoffmärkte und Wechselkursschwankungen setzt sich der Umsatzzuwachs fort und wir rechnen auch wie in den letzten Jahren mit einem positiven Ergebnis. Damit können wir auch weiterhin in Personal, Logistik und Service investieren, um die Firma für die Zukunft gut aufzustellen“, so Matthias Kroth, Kaufmännischer Gepa-Geschäftsführer. In diesem Jahr steht besonders der Kaffee der Gepa unter dem Motto „Echt fair“ im Mittelpunkt.

Wie fair ist unsere Kleidung?

Mit dem Misereor-Referenten für Fairen Handel, Wilfried Wunden, sprachen wir über Fast Fashion und die Möglichkeiten, sich fair und nachhaltig anzuziehen.

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Der Vertriebsbereich Weltläden und Aktionsgruppen verzeichnete laut Jahresbericht allerdings einen Umsatzrückgang von 3,7 Prozent auf 21 Millionen Euro. Als Grund nannte die Gepa die Umstellung des Handwerkssortiments im Jahr 2016. Es sei ein Handwerks-Premiumkonzept für Weltläden in guter Geschäftslage eingeführt worden. Inzwischen machten bundesweit 25 Läden mit und präsentierten die neuen Handwerkskollektionen. Steigern konnte sich das Fair-Handels-Unternehmen im Vertrieb von Lebensmittel-, Bio- und Naturkosthandel – mit einer Erhöhung des Umsatzes um 10 Prozent auf 28 Millionen Euro. Der Onlineshop für Endkunden legte gar um 24 Prozent auf 1,1 Millionen Euro zu.

© Gepa/cze