Peru steht unter Wasser

  • Peru - 23.03.2017

Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit den 90er Jahren. Adveniat unterstützt die Überschwemmungsopfer in Peru und leistet auch Hilfe für eine Solidaritätsaktion in Lima, die arme Menschen dort für ihre Mitbürger gestartet haben.

„Viele Familien haben ihr Dach über dem Kopf verloren – und ihre Würde. Sie sind schutzlos Wind und Wetter ausgesetzt, müssen in kleinsten Verschlägen unterkommen – eine Situation, die für kein menschliches Wesen würdig ist“, berichtet Ángel Allccarima, der die Nothilfe der Caritas Peru koordiniert. Das wichtigste Ziel der Hilfe: den Menschen ihr Zuhause und ihre Würde zurückzugeben.

Neben den 30.000 Euro, die Adveniat bereits als Soforthilfe für die Opfer der Überschwemmungen in Peru zur Verfügung gestellt hat, unterstützt das Lateinamerika-Hilfswerk mit weiteren 10.000 Euro eine große Solidaritätsaktion in Lima, die dort arme Menschen, die teilweise selbst vom Müllsammeln leben, für ihre Mitbürger gestartet haben. In der Pfarrgemeinde des Adveniat-Partners Juan Goicochea haben sie sich organisiert, um den Opfern in den nördlichen Stadtteilen Limas zu helfen. Sie verteilen Nahrungsmittel, Medikamente, Kleidung und Wasser – aber auch Spielzeug, um den Betroffenen auch ein wenig Freude zu schenken. „Ich erlebe ein Volk, das unglaublich solidarisch beim Wiederaufbau mitwirkt. Jeder, Groß und Klein, ergreift die Initiative, um denen zu helfen, die am meisten betroffen sind“, berichtet Pater Goicochea.

Besorgt zeigt sich Pater Goicochea vor allem wegen der langfristigen Folgen: „Wir müssen das Land wieder aufbauen.“ Denn die Bilanz der bereits seit Dezember auftretenden Starkregen, die noch bis Ende April andauern können, sei schon jetzt verheerend: „100.000 Betroffene, 75 Tote, 157.000 beschädigte Häuser, 1.900 Kilometer zerstörte Straßen und 157 zusammengebrochene Brücken. Diese schockierenden Zahlen beschreiben die bei weitem schlimmste Klimatragödie seit den 90er-Jahren.“

Schlammlawinen und Erdrutsche zerstören die Häuser und Hütten wie zum Beispiel in der besonders betroffenen Region Piura.

Caritas Peru

Für die außergewöhnlich heftigen Regenfälle machen Klimaforscher einen sogenannten Küsten-El-Niño verantwortlich. Als Ursache dafür, dass sich solche extremen Wetterereignisse häufen, gilt der vor allem von den Industriestaaten verursachte Klimawandel.

Adveniat will nicht nur in der Notsituation helfen, sondern auch in den nächsten Monaten und Jahren an der Seite der Menschen in Peru stehen. „Wir werden langfristig in Peru präsent sein, gerade wenn es um den Wiederaufbau geht“, betont die Peru-Referentin des Lateinamerika-Hilfswerks, Rebekka Taschbach.

Besondere Unterstützung benötigten die Menschen, die vom Land in die Städte ziehen, insbesondere in die Megacity Lima. Denn ihnen fehlten sichere Plätze für ihre Hütten und Häuser. „Menschen, die in Lima auf eine Beschäftigung und bessere Lebensperspektiven hoffen, besiedeln dort Gebiete, die dafür nicht geeignet sind. Die blanke Not treibt sie dazu, in jahrelang ausgetrockneten Flussbetten oder auf den küstennahen Hügeln zu bauen. Dort sind die Familien dann ungeschützt den unvorhersehbaren Starkregen, Schlammlawinen und Erdrutschen, wie wir sie aktuell erleben, ausgeliefert“, erklärt die Adveniat-Expertin.

Unterstützung für das Projekt der Müllsammler von Pater Juan Goicochea unter: www.adveniat.de/peru

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