Weltwassertag - Hilfswerke betonen Menschenrecht

  • Wasser - 22.03.2017

Zum internationalen Tag des Wassers am Mittwoch fordern Hilfswerke freien Zugang zu sauberem Trinkwasser. „Der freie Zugang zu Trinkwasser ist ein grundlegendes Menschenrecht. Dennoch sterben jährlich immer noch Hunderttausende an verunreinigtem Wasser, Millionen von Menschen haben in ihrem Alltag kein sauberes Wasser zur Verfügung“, betonte der Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks Missio München, Monsignore Wolfgang Huber.

„Papst Franziskus hat uns in seiner Enzyklika ‚Laudato Si’ dringend ans Herz gelegt, die Schöpfung respektvoll zu behandeln und zu wahren. Diesen Impuls müssen wir nach Kräften in die Tat umsetzen.“ Der Weltwassertag wird seit 1993 jährlich am 22. März begangen. Er ist ein Ergebnis der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro.

Hunderttausende Existenzen bedroht

In vielen Gegenden der missio-Projektländer in Afrika, Asien und Ozeanien fehle es an Geld und technologischem Wissen, um Trinkwasserversorgungssysteme zu errichten. Zudem bedrohten der Klimawandel und daraus resultierende Dürrekatastrophen vor allem in Afrika die persönliche und wirtschaftliche Existenz hunderttausender Menschen. „Um die Lage der Menschen zu verbessern, unterstützen wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern vor Ort den Bau von Brunnen und Trinkwasserversorgungsanlagen“, erklärte missio-Präsident Huber. Seit dem Jahr 2011 stellte Missio München mehr als 440 000 Euro zur Verfügung, um Wasserbau-Projekte in Ländern wie Burkina Faso, Kenia, Tansania, Sambia oder Indien zu realisieren und instand zu halten.

Die Organisation Caritas international verwies anlässlich des Weltwassertages auf die aktuelle Hungerkrise in Ostafrika: „Die Folgen von Hungerkrisen wie wir sie derzeit in Ostafrika erleben, lassen sich durch ein effizientes Wassermanagement deutlich entschärfen. Dazu muss aber bereits vor der akuten Krise vorausschauend gehandelt werden“, so Oliver Müller, Leiter von Caritas international. Das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes unterstützt seine ostafrikanischen Partner in der Dürreprävention und der Ernährungssicherung mit 7,2 Millionen Euro.

Vorsorge beim Wassermanagement entscheidend

In Ostafrika sind unter anderem aufgrund des seit langem ausbleibenden Regens derzeit 20 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht. In den zurückliegenden Jahren hat Caritas international gemeinsam mit seinen lokalen Partnern bereits deutliche Fortschritte beim Kampf gegen die Auswirkungen der regelmäßig auftretenden Dürren erzielt.

So konnte unter anderem in Äthiopien, Kenia und dem Südsudan dank lokal angepasster Hilfsprojekte das Wasser zum Beispiel durch unterirdische Staudämme, Rückhaltebecken, Zisternen, Filter und Handpumpen länger und besser nutzbar gemacht werden. Überall zeigt sich: Die Folgen der Dürren fallen dort weit weniger katastrophal aus, wo Vorsorge hinsichtlich des Wassermanagements getroffen wurde. Oliver Müller: „Ziel all unserer Hilfsprojekte in den Hungergebieten ist es, den Menschen kurzfristig durch Nothilfe das Überleben zu sichern und langfristig die Auswirkungen solcher Hungerkrisen durch strukturelle Anpassungen zu minimieren.“

Weltweit führt Caritas international gemeinsam mit seinen lokalen Partnern in 24 Ländern 44 Hilfsprojekte im Wassersektor durch. Unter anderem werden Zisternen, Brunnen, Wasserrückhaltebecken und Bewässerungskanäle in Afrika, Asien und Lateinamerika gebaut.

© Missio München/Caritas international