Kardinal fordert „grüne Theologie der Befreiung”

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  • Myanmar - 28.02.2017

Angesichts des Klimawandels hat Kardinal Charles Bo aus Myanmar eine Revolution der Theologie gefordert. Es brauche eine „Ökotheologie“, eine „neue grüne Theologie der Befreiung“, die den Schrei der Armen mit der Sorge für die Schöpfung verknüpfe, sagte er bei einer Konferenz der Ordensschwestern in Asien und Ozeanien, die derzeit in der ehemaligen Hauptstadt Yangon tagt.

„Papst Franziskus brachte einen Aufschrei gegen die bevorstehende Katastrophe auf den Weg und spricht von modernen Sünden, den ökologischen Sünden, die jeder Einzelne und die Gemeinschaft der Menschen begehen, die unsere Mutter Erde zerstören”, so der Erzbischof von Yangon. An die Ordensschwestern appellierte er, den „prophetischen Elan“ zu stärken und von einer globalen „ökologischen Umkehr“ zu sprechen. Es gelte, sich noch stärker für die ökologische Gerechtigkeit einzusetzen und eine ökologische Evangelisierung voranzubringen.

Kardinal Charles Bo, Erzbischof von Yangon in Myanmar.

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Vorbild könnten hierbei die Religionen des Ostens sein, etwa der Buddhismus oder indigene Traditionen, die die Prinzipien der Einfachheit und des Respekts vor der Natur stärker verinnerlicht hätten als die christliche Tradition, so der Kardinal. So könne die katholische Kirche eine Gegenkultur zu Habgier und Konsum schaffen, die der Auslöser für die Klimakatastrophe seien.

„Wir stehen an der Schwelle zu einer ökologischen Apokalypse,“ fuhr Bo fort und appellierte an die Verantwortung der reichen Länder für die armen Bevölkerungen, die am meisten unter den Auswirkungen des Klimawandels litten. Vor dreißig Jahren hätten Theologen wie Gustavo Gutíerrez auf den Schrei der Armen reagiert, und daraus sei eine Theologie der Befreiung hervorgegangen. „Aber Theologen wie Leonardo Boff weisen darauf hin, dass die Befreiungstheologie durch eine Öko-Theologie ergänzt werden muss, da der Schrei der Armen oft durch den Schrei der Erde ausgelöst wird“, so der Kardinal.

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