Caritas fordert Ausfuhrstopp für Kleinwaffen

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  • Kindersoldaten - 09.02.2017

Caritas international fordert einen verstärkten internationalen Einsatz gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Die Hilfsorganisation verlangte am Donnerstag in Freiburg insbesondere einen Ausfuhrstopp für Kleinwaffen von der Bundesregierung. Anlass ist der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, der an diesem Sonntag begangen wird.

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen werden derzeit weltweit rund 250.000 Kinder und Jugendliche in mehr als 20 Ländern als Soldaten eingesetzt, unter anderem im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik und im Nahen Osten. Die Jungen und Mädchen würden zum Kämpfen gezwungen oder als Spione, Lastenträger oder Sexsklaven missbraucht.

Laut Caritas international konnten Hilfsorganisationen in den vergangenen Jahren große Erfolge zugunsten der Kindersoldaten verbuchen. So sei es in der Demokratischen Republik Kongo seit 2004 gelungen, mehr als 32.000 Kinder und Jugendliche aus Armee- und Milizverbänden zu befreien.

„Ein Viertel dieser jungen Menschen erhielten in den fünf Kindersoldaten-Zentren der Caritas medizinisch-psychologische Hilfe und wurden anschließend von Caritas-Mitarbeitern bei der Wiedereingliederung in ihre Familien und Dorfgemeinschaften unterstützt“, teilte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, mit.

Humanitäre Hilfe könne in vielen Einzelfällen das Schicksal dieser Kinder zum Besseren wenden, aber „eine grundsätzliche Lösung ist nur durch konsequentes Handeln von Politik und Justiz zu erzielen“, so Müller. Dazu könnten die Ausweitung der Strafverfolgung wie auch ein Ausfuhrstopp für Kleinwaffen gehören.

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