Vatikankonferenz zu Organhandel

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  • Menschenhandel - 08.02.2017

Pünktlich zum Weltgebetstag gegen den Menschenhandel an diesem Mittwoch tagen im Vatikan Experten zum Thema Menschenhandel und Transplantationstourismus.

Eingeladen wurden die Teilnehmer von der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Die Organisatoren haben es sich zum Ziel gesetzt, die weite Verbreitung von Transplantationstourismus und illegalem Organhandel zu beschreiben und eine Handreichung für den Kampf gegen das Phänomen zu erstellen. Organhandel, so die Akademie, sei längst zu einer Form von Sklaverei geworden, die in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden verboten werden müsse. Bei dem Unterfangen wollen die Teilnehmer an der Tagung langfristig auch wichtige Akteure wie Regierungsvertreter, Staatsanwälte, Ermittler und Journalisten einbinden.

Beim „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel“ wird dieses Jahr besonderes Augenmerk auf das Schicksal der betroffenen Kinder gelegt. Dafür gibt es einen guten Grund, erklärt der Untersekretär der für Menschenrechtsfragen zuständigen vatikanischen Abteilung, Jesuitenpater Michael Czerny: „Die Berufung der Kirche und die Sendung der anderen Organisationen ist es, diesen Kindern nahe zu sein und den Mut zu haben, sich ihrer Wirklichkeit anzunähern und zu enthüllen, wie sie leben.“

Dieser erste Schritt sei nicht durch neue Gesetze machbar. Auch die von einigen Organisationen geforderte Vereinheitlichung der Gesetze gegen Menschenhandel sei keine Lösung. „Die Vereinheitlichung der Gesetze hilft nicht. Was hilft, ist die Durchsetzung der bestehenden Gesetze“, betont Czerny und fügt einen Kernpunkt hinzu: „Es geht um Verantwortung, nicht um Gesetze. Wir müssen mutig das tun, was wir auch angekündigt haben zu tun. Wir sind verpflichtet, es zu tun.“

Den „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel“  hat Papst Franziskus 2015 eingeführt und den 8. Februar, Gedenktag der sudanesischen Heiligen Josephine Bakhita, die selbst Opfer von Sklaverei wurde, als Datum bestimmt.

© Radio Vatikan

Dossier - 08.02.2017

Laut Schätzungen sind rund 45 Millionen Menschen auf der Welt Opfer von moderner Sklaverei und organisiertem Menschenhandel. Sie werden als Zwangsarbeiter und, vor allem Frauen und Kinder, als Prostituierte oder auch für den Organhandel ausgebeutet. Im Kampf gegen den Menschenhandel setzt die Kirche auf internationale und interreligiöse Zusammenarbeit.

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