In Kolumbien beginnen Friedensgespräche mit ELN-Rebellen

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  • Kolumbien - 03.02.2017

Der Weg für offizielle Verhandlungen zwischen Kolumbiens Regierung und der marxistischen ELN-Guerilla ist frei. Präsident Juan Manuel Santos kündigte am Donnerstag zum Auftakt des Welttreffens der Friedensnobelpreisträger in Bogota an, die Gespräche würden am kommenden Dienstag in Ecuadors Hauptstadt Quito beginnen.

Zuvor hatten Medien berichtet, dass die ELN den seit fast einem Jahr verschleppten Ex-Parlamentarier Odin Sanchez freigelassen habe. Santos hatte die Freilassung der Geisel zur Bedingung für einen förmlichen Start der Verhandlungen gemacht.

Bereits im Oktober hatten Regierung und Rebellen in Venezuela die Aufnahme von Friedensgesprächen angekündigt. Schätzungen der kolumbianischen Behörden zufolge verfügt die ELN über eine Truppenstärke von 2.500 Männern und Frauen und ist überwiegend im Osten des Landes aktiv. Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen fast 7.000 Morde, ebenso viele Entführungen, 3.000 Fälle von Landvertreibung und etwa 1.000 Zwangsrekrutierungen auf das Konto der Gruppe. Sie wird zugleich für schwerste Umweltzerstörungen durch mehr als 1.300 Anschläge auf Öl-Pipelines verantwortlich gemacht.

Die ELN wurde 1964 von Studenten, radikalen Befreiungstheologen und linken Intellektuellen aus Protest gegen die Armut unter Kleinbauern gegründet. Sie ist nach der ebenfalls linksgerichteten FARC die zweitgrößte Rebellenbewegung des Landes und befindet sich weiter im Kriegszustand mit der Regierung. Mit der FARC konnte die Santos-Regierung nach vierjährigen Verhandlungen ein Friedensabkommen unterzeichnen. Dafür erhielt Santos im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis.

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