Boliviens Präsident sieht Ende der Globalisierung

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Boliviens Präsident Evo Morales sieht mit dem „Brexit“ und der Politik von US-Präsident Donald Trump das Ende der Globalisierung gekommen. Er gehe davon aus, dass mit den jüngsten Entwicklungen auch das Prinzip des freien Marktes beerdigt werde.

Morales äußerte sich vor seinem Abflug zum Treffen der Staatschefs der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) am Mittwoch in der Dominikanischen Republik. Innerhalb des Staatenbundes CELAC sind alle Staaten Amerikas und der Karibik mit Ausnahme der USA und Kanadas zusammengefasst. Von der Konferenz erwarten Beobachter eine erste Reaktion der lateinamerikanischen Staatschefs auf die politische Entwicklung in den USA.

Von einem freien Markt könne nicht mehr die Rede sein, wenn sich die Engländer aus der EU zurückzögen und Trump wie angekündigt einen protektionistischen Kurs fahren und eine Grenzmauer zu Mexiko bauen werde, wird Morales zitiert. Jene, die an die Globalisierung geglaubt hätten, seien gescheitert; Folgen seien Wirtschafts-, Klima- und Ernährungskrisen in der ganzen Welt. Es sei nun an der Zeit für eine neue Wirtschafts- und Sozialpolitik, betonte der erste indigene Staatschef Lateinamerikas.

Armut in Lateinamerika wächst

Unterdessen berichtete die für die Region zuständige UN-Wirtschaftskommission CEPAL, dass die Armut in Lateinamerika zunehme. Die Zahl der in Armut lebenden Menschen in Lateinamerika wird demnach im laufenden Jahr von 168 auf 175 Millionen Menschen steigen. Das entspreche einem Zuwachs von etwa einem Prozent von 28,2 auf 29,2 Prozent, sagte CEPAL-Direktorin Alicia Barcena am Dienstag (Ortszeit) vor den Außenministern der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) im dominikanischen Bavaro bei der Vorstellung der sozialwirtschaftlichen Prognose für Lateinamerika und die Karibik. Barcena rief angesichts der neuen politischen Verhältnisse in den USA unter Präsident Donald Trump zu mehr Geschlossenheit in der Region auf.

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