Kirchen kritisieren mögliche Kürzung der Entwicklungshilfe

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  • Flucht und Asyl - 13.01.2017

Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) kritisiert eine mögliche Kürzung der Entwicklungshilfe für Länder, die abgelehnte Asylbewerber nicht zurücknehmen wollen. „Diese Maßnahmen treffen die Falschen - die dort ohnehin notleidenden Bevölkerungsgruppen“, sagte Martin Dutzmann, evangelischer Vorsitzender der GKKE mit Sitz in Bonn und Berlin, am Freitag.

Der katholische Vorsitzende Karl Jüsten warnte vor einer Destabilisierung der betroffenen Länder. Jüsten erklärte, auch wenn die Entwicklungspolitik allein Fluchtursachen nicht umfassend beseitigen könne, seien ihre Ziele „eine zentrale Wegmarke zur Reduzierung von Fluchtgründen“.

Kurzfristig Mittelkürzungen anzudrohen, helfe nicht weiter. Menschen müssten ein ausreichendes Familieneinkommen in ihren Ländern erwirtschaften können. „Dazu müssen Entwicklungszusammenarbeit und auch andere Politikbereiche mit langem Atem beitragen“, ergänzte Dutzmann. Ausdrücklich unterstützten die beiden GKKE-Vorsitzenden Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der sich öffentlich mehrfach gegen die Streichung von Hilfsgeldern ausgesprochen hatte. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält derartige Maßnahmen für nicht zielführend, wie er der „Süddeutschen Zeitung“ sagte.

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