Vereint gegen Gewalt an Frauen

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  • Frauen - 25.11.2016

Verbände, Politik und Kirche weisen anlässlich des internationalen Gedenktages „Nein zu Gewalt an Frauen“ am heutigen Freitag auf bestehende Probleme mit Gewalt gegen Frauen hin. Unter den am Mittwoch vorgebrachten Forderungen finden sich breiterer Dialog, mehr Geld für Frauenhäuser und härtere Strafen für Gewalttäter.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode verwies auf die Schicksale von geflüchteten Frauen weltweit. Sie seien „besonders verwundbar“ und verschiedenen Formen der Gewalt ausgesetzt. Zur Gewaltprävention gehöre, „die Sicherheit in Flüchtlingszentren zu verbessern, den Zugang zu Frauenhäusern und Schutzräumen zu erleichtern, vertrauenswürdige Hilfe bereitzustellen und zwangsverheiratete Frauen mit ihren Rechten vertraut zu machen“.

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) und das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ riefen zur bundesweiten Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ auf. Dabei sollten möglichst viele Menschen Position beziehen und zeigen, wie wichtig es sei, öffentlich über Gewalt gegen Frauen zu sprechen. „Je bekannter die 08000 116 016 wird, desto mehr Frauen können wir einen Weg aus der Gewalt zeigen“, so Manuela Schwesig.

Das internationale katholische Missionswerk Missio München rief zu einem verstärkten Engagement für die Rechte von Frauen weltweit auf. „Es kann nicht sein, dass Frauen in vielen Ländern der Welt noch immer ganz offiziell wie Menschen zweiter oder dritter Klasse behandelt werden“, sagte Missio-Präsident Wolfgang Huber am Donnerstag in München.

Missio setze sich in vielen Projekten in Afrika, Asien und Ozeanien entsprechend ein. „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie Mädchen und Frauen diskriminiert und missbraucht werden“, betonte Huber.

Jede dritte Frau in der EU Opfer von Gewalt

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der EU-Statistikbehörde Eurostat hat jede dritte Frau in der EU in ihrem Leben bereits einmal sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt. 55 Prozent der Frauen in der EU seien bereits sexuell belästigt und eine von 20 Frauen vergewaltigt worden, teilte die Behörde mit. Jeder vierte der Befragten gab an, ein Opfer im Familien- oder Freundeskreis zu kennen. Doch nur 12 Prozent sprächen über diese Fälle mit der Polizei.

In EU-Ländern, die stark von der Wirtschaftskrise betroffen gewesen seien, habe die Gewalt gegen Frauen zugenommen, sagte die EU-Justizkommissarin Vera Jourova. „Je wirtschaftlich abhängiger die Menschen sind, desto mehr Gewalt gegen Frauen und Kinder gibt es“, so die Kommissarin.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) forderte anlässlich des Gedenktags härtere Strafen für Gewalttäter. „Gewalt gegen Frauen ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde. Sie ist diskriminierend und verhindert Gleichberechtigung“, erklärte KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. Zum Schutz der Betroffenen fordere der Frauenbund eine Verschärfung des strafrechtlichen Vorgehens gegen Männer, die Frauen als Objekte behandelten und ihnen damit Gleichheit und Würde absprächen.

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und die Organisation „Terre des femmes“ bemängelten fehlende Kapazitäten und Finanzierungslücken in Frauenhäusern. Dies führe dazu, dass von Gewalt betroffene Frauen oft schutzlos ausgeliefert seien. Terre des femmes fordere deshalb mehr Plätze in Frauenhäusern, die Frauen „unabhängig von Herkunft, Alter, Religion oder Behinderung zur Verfügung stehen“ sollen. (lek/KNA)

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Gewalt gegen Frauen im Kongo

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen weist Missio Aachen auf die Situation von Frauen im Kongo hin. Laut dem Aachener Hilfswerk wüte in dem zentralafrikanischen Staat einer der blutigsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Eine der Ursachen seien die Bodenschätze. Rebellen kämpften brutal um Gold und Coltan. Besonders die Frauen litten darunter. Erfahren Sie mehr in diesem Missio-Video: