Kirche ruft zum Schutz des Amazonas-Gebiets auf

  • Adveniat-Aktion - 23.11.2016

Vertreter aus Kirche und der indigenen Bevölkerung Brasiliens haben an die Politik appelliert, sich für die Umwelt und die Existenz der im Amazonas lebenden Bevölkerung einzusetzen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nannte das Amazonasgebiet am Mittwoch in München einen „Testfall“.

Hier werde sich zeigen, wie die Menschheit mit dem „Haus der Schöpfung“ weiter umgehe. Denn es gebe nur das eine Haus, „in dem wir miteinander leben dürfen“. Am kommenden Sonntag wird in München die bundesweite Adveniat-Weihnachtsaktion „Bedrohte Schöpfung – bedrohte Völker“ eröffnet.

Die katholische Hilfsaktion Adveniat geht nach den Worten von Marx dorthin, wo die Kirche nach Papst Franziskus wirken sollte, nämlich an den Rändern der Gesellschaft. Die Projekte seien nicht irgendwo am Reißbrett entworfen, sondern mit den Partnern vor Ort entwickelt. Zugleich gab der Kardinal zu bedenken, dass der Blick hierzulande wieder mehr in die weite Welt gehen sollte. Er hoffe auf eine Bewusstseinserweiterung durch die Adveniat-Aktion.

Bedrohte Schöpfung - bedrohte Völker

In seiner Weihnachtsaktion 2016 setzt sich das Hilfswerk Adveniat für Mensch und Natur in der Amazonas-Region ein.

Adveniat

Armindo Goes Melo von der brasilianischen Yanomami-Organisation Huturkara verwies auf die Bedrohung der indigenen Bevölkerung. In den vergangenen zwei Jahren sei die Zerstörung des Amazonas weiter vorangegangen. Bedroht würden Wald, Luft und  Wasser vor allem durch Straßenbau und Goldschürfer. Dazu kämen Staudammprojekte, um Elektrizität zu erzeugen. „Wir brauchen kein Licht. Und wir brauchen keine materiellen Dinge. Wir wollen eine gesunde Umwelt“, sagte Goes.

Indigenen-Missionsrat beklagt Gewalt gegen Ureinwohner

Der Präsident des Indigenen-Missionsrats Cimi, Erzbischof Dom Roque Paloschi von Porto Velho, sprach von einer „irrationalen Ausbeutung“ der Rohstoffe. Doch jede Art, jedes Volk, das dort verschwinde, sei ein Verlust für die Welt. Laut brasilianischer Verfassung von 1988 hätten alle indigenen Völker innerhalb von fünf Jahren ihre traditionellen Siedlungsgebiete zugeteilt bekommen sollen. Doch bis heute sei nichts passiert. Zugenommen habe jedoch die Gewalt gegen die indigene Bevölkerung. So seien 2015 allein 137 Morde verzeichnet worden. Notwendig seien deshalb dringend Gesetze, die diese Menschen schützten.

Adveniat finanziert sich laut Hauptgeschäftsführer Bernd Klaschka zu etwa 95 Prozent aus Spenden. Gesammelt wird in den Gottesdiensten an Heiligabend und um am ersten Weihnachtstag. Das Hilfswerk unterstützt jährlich mit rund 37 Millionen Euro mehr als 2.500 Projekte.

© KNA

Die Adveniat-Weihnachtsaktion 2016

Die bundesweite Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat wird am ersten Adventssonntag, 27. November 2016, im Erzbistum München und Freising eröffnet. Unter dem Motto „Bedrohte Schöpfung – bedrohte Völker“ setzt sich Adveniat für die ursprünglichen Völker des Amazonasgebiets ein. In den Monaten November und Dezember sind Adveniat-Aktionspartner aus Ecuador, Peru und Brasilien in den deutschen Bistümern unterwegs, um über ihre Arbeit für die indigenen Völker im Amazonasgebiet zu berichten. Der Höhepunkt der Weihnachtsaktion von Adveniat ist die bundesweite Kollekte am 24. und 25. Dezember, die armen und benachteiligten Menschen in Lateinamerika zugute kommt.

www.adveniat.de

Adveniat-Aktion 2016

Mehr über die Weihnachts- und Adventsaktion von Adveniat erfahren Sie in unserem Dossier und auf der Website des Hilfswerks.