„Wir sind Kinderarbeiter“

  • Tag der Kinderrechte - 20.11.2016

Wir wollen in die Schule gehen, lernen und uns eine bessere Zukunft aufbauen“, so die Forderung eines indisches Mädchens, das wie Millionen anderer Kinder in dem asiatischen Land arbeiten muss, anstatt zur Schule zu gehen. Das Don Bosco Netzwerk in Indien hat jetzt die Initiative „Kinderfreundliche Städte“ gestartet, um Kinderrechte umzusetzen und Kinderarbeit abzuschaffen.

„Kinderfreundlich bedeutet, dass es eine Nulltoleranzpolitik gegenüber Kinderrechtsverletzungen gibt. Hierzu zählt etwa Kinderarbeit. Ein Kind, das arbeitet, geht nicht zur Schule, hat keinen Zugang zu Bildung und damit auch keine Zukunftsperspektiven“, betont Pater Thomas Koshy Salesianer Don Bosco (SDB), Leiter des Netzwerks.

„Die Beschäftigung von Minderjährigen unter 14 Jahren ist nach indischem Recht verboten. Trotzdem ist Kinderarbeit weit verbreitet. Damit diese Gesetze  nicht nur Papiertiger bleiben, sollten wir Allianzen für Kinderrechte schmieden – nicht nur in Indien, sondern weltweit“, so Dr. Nelson Penedo, Geschäftsführer von Don Bosco Mission Bonn.

Dass eine solche Allianz erfolgreich sein kann, zeigt die südindische Metropole Vijayawada. 1997 gab es dort noch 7000 Kinderarbeiter, aktuell sind es nur noch 150. „Wir konnten die Zahl senken, weil alle, das heißt die Politik, die Polizei und sogar die Unternehmen an einem Strang gezogen haben. Alleine wäre uns das nicht gelungen“, sagt Pater Koshy.

Weltweit müssen mehr als 168 Millionen Jungen und Mädchen arbeiten. In Indien wird ihre Zahl auf mehr als 12 Millionen geschätzt. Ein Großteil von ihnen arbeitet in der Landwirtschaft. Manche verrichten Schwerstarbeiten in Ziegeleien oder Steinbrüchen. Don Bosco ist schon seit 1926 in Indien und setzt sich für die Rechte von benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein.  

© Don Bosco Mission

Tag der Kinderrechte

Am 20. November begehen die Vereinten Nationen den Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention. Das 1989 von den UN verabschiedete „Übereinkommen für die Rechte der Kinder“ sichert Minderjährigen auf der ganzen Welt Rechte zu, darunter das Recht auf Leben, Bildung sowie Schutz vor Missbrauch und Gewalt. (lek/KNA)

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Olivia und Friederike waren als Don Bosco Volunteers für ein Jahr in Indien. Bei Don Bosco Vembu in Vilathikulam kümmerten sie sich um Straßenkinder und lernten ihre Geschichten und persönlichen Hintergründe kennen. Mit ihren eindrucksvollen Bildern möchten die beiden sich gegen Kinderarbeit und für Kinderrechte auch über ihren Freiwilligendienst hinaus stark machen.

www.donboscovolunteers.de