Oxfam warnt vor Katastrophe im Jemen

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  • Jemen - 21.09.2016

Der Jemen steht nach eineinhalb Jahren Krieg laut einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam am Rand einer humanitären Katastrophe. „Millionen Menschen droht Hunger, wenn die Welt nicht endlich handelt“, sagte Robert Lindner, Referent bei Oxfam Deutschland am Mittwoch in Berlin. Der Bedarf an humanitärer Hilfe sei riesig und finanziell bei weitem nicht gedeckt.

Nach einem Bericht der Organisation berauben Arbeitslosigkeit, Verschuldung und steigende Lebensmittelpreise die Menschen ihrer Lebensgrundlage. Viele Männer schlössen sich deshalb bewaffneten Gruppen an. Kriminalität und soziale Unruhen nähmen zu. Oxfam berichtete auch von Zwangsrekrutierungen junger Männer und Kinder. Um ihre Töchter vor Armut und sexueller Belästigung zu schützen oder die Einkommenssituation von Familien zu verbessern, werden Mädchen häufiger als vor dem Krieg in Ehen gezwungen.

Viele Tote und Verletzte

Bei einer Umfrage von Oxfam unter 1.000 geflüchteten Jemeniten gaben drei Viertel von ihnen an, wegen Luftangriffen in die Flucht getrieben worden zu sein. Der Konflikt habe bislang Zerstörungen in Höhe von sieben Milliarden US-Dollar und ökonomische Verluste in Höhe von 12 Milliarden US-Dollar verursacht.

Offiziellen Angaben zufolge kamen seit Beginn des Konflikts im März 2015 knapp 3.800 Zivilisten ums Leben, über 6.700 wurden durch Luftangriffe, Kämpfe und Granatenbeschuss verletzt und 3,1 Millionen Menschen mussten aus ihrem Heimatgebiet fliehen. Über 80 Prozent der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, das sind rund 20 Millionen Menschen.

Auf die dramatische Situation im Jemen wies bereits im März das katholische Hilfswerk Missio Aachen hin.

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