Schick hofft auf wirtschaftlichen Aufstieg Afrikas

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  • Entwicklung - 09.08.2016

Ein wirtschaftlicher Aufstieg Afrikas ist nach Ansicht des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick von großem Interesse für die westliche Welt. Die derzeitige Armut in vielen Ländern Afrikas sei „ein Herd für Konflikte, Mangel an Menschenrechten und Hunger“, sagte er im Interview der „Braunschweiger Zeitung“ (Montag). Das wiederum seien die Hauptgründe, weshalb Menschen dort ihre Heimat verließen und nach Europa kämen.

Diese Entwicklung werde sich noch verschärfen, warnte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. „Wenn die westlichen Länder dauerhaft intelligent handeln wollen, müssen sie dort Arbeitsplätze schaffen, durch die die heimischen Ressourcen verarbeitet werden.“

Schick mahnte insbesondere mehr Unterstützung für den Bildungssektor in Afrika an. Durch Bildungsmangel wüchsen ethnische Spannungen und Egoismen. Mit einer höheren Bildung aber könnten die Menschen die Verflechtungen von Politik, Wirtschaft und verschiedenen ethnischen Gruppen besser verstehen. Auch sei Bildung für einen Aufbau der Demokratien und den Abbau von Korruption unabdingbar. „Auch das Miteinander der Religionen funktioniert nachweislich dort besser, wo das Bildungsniveau höher ist.“

Schick kritisiert „undifferenzierte Entwicklungshilfe“

Der Erzbischof kritisierte eine „undifferenzierte Entwicklungshilfe“, die Afrika herunterwirtschafte. Er halte es mit dem vor kurzem gestorbenen Gründer der Organisation „Cap Anamur“, Rupert Neudeck, der gesagt habe, er würde den meisten Regierungen in Afrika derzeit keinen Cent für Entwicklungshilfe geben. Besser sei es, den Kirchen und Nichtregierungsorganisationen mehr Geld zu geben. Sie arbeiteten mit Menschen vor Ort und trügen „zur nachhaltigen Entwicklung am besten bei“.

Schick verwies auch auf die von ihm gegründete Stiftung „Brot für alle Menschen“. Sie fördere mittels Landwirtschaftsschulen und anderen Ausbildungsstätten die kleinteilige Landwirtschaft in Afrika, das sogenannte Family Farming. „In Simbabwe habe ich eine Schule gefördert, im Senegal unterstütze ich ein Frauenprojekt zum Gartenbau, in Mauretanien ein Projekt zum Brunnenbau“, so Schick. Wirtschaftshilfe dürfe immer nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Sobald sie nicht zur Selbsthilfe anrege, sei sie Gift. „Dann macht sie abhängig und passiv.“

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