International Youth Hearing auf dem Weltjugendtag

  • Weltjugendtag - 28.07.2016

Bei einem „Internationalen Youth Hearing“ haben Teilnehmer des Weltjugendtages (WJT) am Mittwoch in Krakau über politische Konsequenzen des christlichen Glaubens beraten. Veranstalter waren der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die polnische katholische Jugendorganisation KSM sowie die deutschen Hilfswerke Misereor und Renovabis. Unter den Besuchern war der katholische deutsche Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann.

Der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler Kishore Jayabalan kritisierte die bisherige Entwicklungshilfe der reichen Länder. Sie werde zu wenig als Hilfe zur Selbsthilfe geleistet, die alleine die weltweite Armut nachhaltig reduzieren könne und die Würde auch der armen Menschen respektiere. Der frühere Mitarbeiter des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden warb unter anderem für Mikrokredite an Kleinunternehmer in unterentwickelten Ländern. Durch deren Unterstützung könne jeder einen Beitrag zum Kampf gegen Armut leisten.

Kishore Jayabalan, Direktor des Acton-Instituts in Rom, forderte mehr Hilfe zur Selbsthilfe.

Korbella/Renovabis

Gruppen aus Brasilien, Polen und Deutschland stellten beim Youth Hearing konkrete Projekte vor, in denen sie sich für eine gerechtere Welt engagieren. Später diskutierten die jungen Menschen in Kleingruppen zu den Themen Gleichberechtigung, Frieden und Integration.

Nach Aussage der Veranstalter sollte das Hearing den vor allem spirituell geprägten Weltjugendtag um Aspekte erweitern, die das biblische WJT-Motto „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden“ praktisch umsetzen. „Junge Menschen sollen erkennen, dass sich aus ihrem Glauben und aus ihrer Zugehörigkeit zur katholischen Kirche ein politisches Handeln für eine gerechte Welt ableiten kann.“

Bischof Wiesemann dankte den Jugendlichen für ihr Engagement

Bischof Wiesemann würdigte die Veranstaltung als gehaltvollen Beitrag. Es sei „sehr wichtig, dass junge Menschen nicht nur zum Beten zusammenkommen, sondern auch, um über eine neue Vision für eine bessere Welt zu diskutieren“.

Der BDKJ-Bundesvorsitzende Wolfgang Ehrenlechner rief die Jugendlichen auf, dazu beizutragen, „dass Barmherzigkeit in die Welt gebracht wird“. „Die Teilnehmenden haben heute Ideen entwickelt, wie sie in ihrem täglichen Leben für eine gerechte Welt mitwirken können“, fasste Ehrenlechner die Veranstaltung zusammen. „Es ist sehr bereichernd, so unterschiedliche Projekte aus aller Welt kennenzulernen und diese Ideen gemeinsam weiterzudenken.“

Der BDKJ lädt seit dem Weltjugendtag 2005 in Köln Jugendliche während des Weltjugendtags zum Dialog ein. Zu der simultan in mehrere Sprachen übersetzten Veranstaltung in Krakau kamen rund 60 Besucher. (lek/KNA/Renovabis)

© weltkirche.katholisch.de

 

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