Die Rechte von Arbeitenden stärken

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  • Menschenrechte - 07.06.2016

Menschenwürdige Arbeit in globalen Lieferketten, Förderung sozialer Gerechtigkeit und Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit – das sind die Themen, die auf der Agenda der Internationalen Arbeitskonferenz stehen, die aktuell in Genf stattfindet. Rund 4.000 Delegierte von Regierungen, Arbeitgebern, Gewerkschaften und kirchlichen Organisationen nehmen an der zweiwöchigen Veranstaltung teil.

Hildegard Hagemann vertritt auf der internationalen Konferenz die Deutsche Kommission Justitia et Pax und Kolping international. Im Plenum forderte sie verbindliche Schutzmechanismen für die Rechte von Arbeitenden. Die Menschenrechtlerin stellte die Frage: „Wenn von 450 bis 520 Millionen klein- und mittelständischen Unternehmen in Globalen Wertschöpfungsketten nur 9 Prozent zur formellen Wirtschaft gezählt werden können – wie muss dann ein sozialer Dialog aussehen, der den sozialen Frieden befördern wird?“

Manuela Tomei, Expertin für informelle Wirtschaft der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), betonte in ihrem Eingangsstatement zum Workshop „Menschenwürdige Arbeit entlang globaler Wertschöpfungsketten – ein Ruf nach Verantwortung und eine Gelegenheit für Solidarität“, es brauche einen intensiven Dialog über die Möglichkeiten, durch Instrumente der ILO die Rechte der Arbeitenden entlang der Globalen Weitschöpfungsketten zu schützen.

Nicola Piper von der Universität Sydney brachte in diesem Zusammenhang die 25 Jahre alte UN-Konvention über die Rechte von Wanderarbeitern und ihren Familien ins Spiel, die gerade jetzt an Bedeutung gewinne. „46 Ratifizierungen in fast 26 Jahren sind angesichts der prekären Arbeitssituation vieler Wanderarbeiter ein Armutszeugnis für die globale Beschäftigungspolitik“, mahnte sie mit Blick auf die UN-Konvention. 

Anna Biondi, stellvertretende Direktorin der Arbeitnehmerseite, und Linda Kromjong, Generalsekretärin der Internationalen Arbeitgeberorganisation (IOE), diskutierten mit verschiedenen Menschenrechts-, Migrations-, Jugend- und Entwicklungsorganisationen. Zusammen mit Vertreterinnen der Trägerorganisationen aus der Basisarbeit legte Suntaree Saeng-ging aus Thailand, Homenet Asia/WIEGO Zeugnis ab und berichtete von den prekären Arbeitsverhältnissen, von denen vor allem Heimarbeiterinnen in der Textilwertschöpfungskette betroffen seien.
 
Justitia-et-Pax-Referentin Hagemann hob den Beitrag der katholischen Organisationen in der internationalen Diskussion um die Zukunft der Arbeit hervor. „Mit den Aktivitäten der katholischen internationalen Organisationen mit Konsultativstatus bei den Vereinten Nationen entlang der jährlichen Internationalen Arbeitskonferenz wollen wir zeigen, dass wir uns aktiv in die werteorientierte Diskussion um die Zukunft der Arbeit und die Umsetzung des Ziels 8 der Agenda 2030 einbringen“, so Hagemann. Globale Wertschöpfungsketten seien Phänomene einer globalisierten Wirtschaft, die verbindliche Regeln brauche. Nur so könne die Würde der Arbeitenden respektiert und geschützt werden. (lek/JP)

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