Ein Zeichen des Aufbruchs

  • Norwegen - 29.04.2016

In Nordeuropa wächst die katholische Kirche. In Norwegen sogar um 12 Prozent im Jahr. Die alte Kirche in Trondheim wurde viel zu klein, zudem war sie baufällig und musste abgerissen werden. Derzeit wird mit finanzieller Hilfe der deutschen Katholiken und des Bonifatiuswerkes eine neue Bischofskirche gebaut. Sie entsteht innerhalb von nur einem Jahr.

Am 19. November 2016 wird die Kathedrale St. Olav eingeweiht. Dies gab der Bischof von Oslo und Administrator der Prälatur Trondheim, Bernt Eidsvig, am vergangenen Wochenende bei einem Gottesdienst mit deutschen Journalisten in der Interimskirche in Trondheim bekannt.

Die Gemeinde St. Olav zählt 5.500 Mitglieder. In den 1970er-Jahren waren es gerade einmal wenige hundert. An gewöhnlichen Sonntagen werden bis zu 13 Messen in unterschiedlichen Sprachen gefeiert. Mehr als 1.000 Gläubige aus über 100 Nationen nehmen daran teil. „Die neue Kirche ist ein wichtiger Ort der Gemeinschaft und der Integration, zugleich ein Hoffnungszeichen und Symbol für den Aufbruch der Kirche in Skandinavien“, sagte Bischof Eidsvig. Zudem betonte er, wie dankbar die katholische Kirche in Norwegen für die finanzielle Unterstützung aus Deutschland sei. Ohne diese sei das Gemeindeleben vor Ort undenkbar.

Der Bischof von Oslo und Administrator von Trondheim, Bernt Eidsvig (rechts), und der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen (links), besichtigen die Baustelle der Bischofskirche St. Olav in Trondheim.

Tobias Glenz

Der Dom mit integriertem Gemeindezentrum entsteht unmittelbar am Fluss Nidelva, angrenzend an den Stadtpark und die Hauptstraße Trondheims. Der Neubau und der protestantische Nidarosdom, in dem sich das Grab des Nationalheiligen Olav befindet, ergeben eine deutlich erkennbare Sichtachse. Der schlichte Kirchbau erinnert architektonisch an frühchristliche Kirchen wie die Santa Sabina in Rom.

Ein Projekt mit besonderer Strahlkraft

Der Neubau kostet rund 12,5 Millionen Euro und wird aus dem und über das Bonifatiuswerk mit 3,7 Millionen Euro unterstützt. Darin enthalten sind Spenden in Höhe von 1.135.500 Euro aus dem Bonifatiuswerk, Fördergelder in Höhe von 506.775 Euro aus dem Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe sowie Spenden der deutschen Diözesen.

Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, sieht in diesem Bauprojekt eine besondere Strahlkraft: „Direkt vor Ort konnten wir uns von der Bedeutung des Kathedralneubaus überzeugen. Die Einweihung im November ist ein katholisches Ereignis mit Seltenheitswert. Hier entsteht ein Ort, an dem die Kirche aktiv in die Gesellschaft hineinwirkt und den Menschen eine Beheimatung im Glauben gibt.“ Für tausende von Menschen habe Trondheim und die Gemeinde St. Olav eine sehr große Bedeutung für das Pilgern. Am Grab des Nationalheiligen Olav fänden sie einen Ort, an dem Begegnung und Gemeinschaft möglich seien und Raum für Glauben entstünde, fügte Austen hinzu.

© Bonifatiuswerk

Link-Tipps

 

Unter www.bonifatiuswerk.de und www.dom-trondheim.de finden Sie weitere Informationen zum Bau des neuen Doms in Trondheim.