Adveniat verzeichnet nach Jahren Einnahme-Plus

  • Hilfswerke - 21.04.2016

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat verzeichnet nach mehreren Jahren wieder mehr Spenden- und Kollekteneinnahmen. Sie stiegen im Geschäftsjahr 2014/2015 leicht um 100.000 auf 48,9 Millionen Euro, wie es am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz des Hilfswerks in Essen hieß.

Adveniat unterstützte im Geschäftsjahr 2014/2015 nach den Angaben 2.900 Projekte in Lateinamerika und der Karibik. Der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission Adveniat, Bischof Franz-Josef Overbeck, hob hervor, dass bei seinen Begegnungen vor Ort das Hilfswerk immer wieder als „verlässlicher Partner“ im Kampf gegen Armut gewürdigt werde. Der Ruhrbischof besuchte kürzlich Kuba und Ecuador.

Gedenken an Erdbebenopfer in Ecuador

In Kuba komme der katholischen Kirche die Aufgabe zu, die Menschen in der jetzigen gesellschaftlichen Situation zu begleiten und ihnen angesichts der Veränderungen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Die Arbeit der Kirche wird von allen Bereichen der kubanischen Gesellschaft anerkannt“, erklärte Adveniat-Bischof Overbeck. „Meine Gedanken sind derzeit besonders bei den Menschen in Ecuador, bei den Angehörigen der Opfer des Erdbebens, das eine Woche nach meinem Aufenthalt die westlichen Regionen des Landes getroffen hat.“

Das langfristige Engagement von Adveniat ermögliche jetzt Solidarität. „Unser Projektpartner in Guayaquil ‚Hogar de Cristo‘ – zu Deutsch ‚Christi Zuhause‘ – baut für Obdachlose in der Erdbebenregion bis zu 3.000 Bambushäuser“, erklärte Adveniat-Hauptgeschäftsführer Bernd Klaschka. Die einfachen Unterkünfte seien durch ihre Leichtbauweise im Falle eines Erdbebens keine tödliche Gefahr für die Bewohner. Gleichzeitig böten sie trotz geringer Kosten ein menschenwürdiges Zuhause.

„Wir waren dank der Solidarität unserer Spenderinnen und Spender schon vor der Katastrophe da und werden auch noch an der Seite der Armen stehen, wenn die mediale und öffentliche Aufmerksamkeit sich wieder abwendet“, so Klaschka.

Friedensarbeit in Kolumbien

Einen besonderen Schwerpunkt will das Hilfswerk auf die Unterstützung der Nationalen Versöhnungskommission in Kolumbien legen. Diese Einrichtung der Bischöfe hat die Opfer zu den Friedensverhandlungen zwischen Regierung und der landesweit größten Rebellengruppe FARC begleitet. Die Adveniat-Weihnachtsaktion 2015, die sich schon dem Thema gewidmet hatte, soll laut Klaschka zur dauerhaften Unterstützungskampagne ausgeweitet werden. Bereits beim 100. Katholikentag in Leipzig Ende Mai werde der langjährige Adveniat-Partner Padre Darío Echeverri von den neuesten Entwicklungen im kolumbianischen Friedensprozess berichten.

Mit dem Jahresthema 2016 „Bedrohte Schöpfung – bedrohte Völker“ mache das Lateinamerika-Hilfswerk darauf aufmerksam, dass ein Leben auf Kosten der Umwelt immer auch ein Leben auf Kosten der ursprünglichen Völker im Amazonasgebiet sei. „Mit dem Panamazonischen Netzwerk REPAM, an dem sich Adveniat beteiligt, wollen die Länder im Amazonasraum die Forderungen der Enzyklika ‚Laudato si'‘ von Papst Franziskus umsetzen“, sagte Klaschka. Ziel sei es, dass die indigenen Völker Protagonisten ihrer Kultur, ihrer Zukunft, ihres Lebens und ihres Glaubens würden.

Höchststand bei Einzelspenden

Laut Geschäftsführer Stephan Jentgens gingen die Einnahmen aus der Weihnachtskollekte 2014 zwar auf 27,4 Millionen Euro (2013: 28,2 Millionen Euro) zurück. Auch habe es ein Minus bei den 2,3 Millionen Euro umfassenden Nachlässen gegeben. Demgegenüber habe es mit 10,9 Millionen Euro (Vorjahr: 8,8 Millionen Euro) einen Höchststand bei den Einzelspenden gegeben. Auch sonstige Spendeneinnahmen seien auf 5,5 Millionen Euro gestiegen. Mit einem Plus schloss auch die Priesterpatenschaftsaktion (2,6 Millionen Euro) ab. (lek/KNA/Adveniat)

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